Thüringer Tafeln haben in Eisenberg getagt

Vertreter von 32 Tafeln haben gestern in der Eisenberger Stadthalle getagt. Zu dieser Thüringer Tafel-Runde, dem Treffen des Landesverbandes, wurden sie von Bürgermeister Ingo Lippert (SPD) begrüßt.

Meinungsaustausch (von links): Marion Beyer, Regionalleiterin der Thüringer Arbeitsloseninitiative Gera, Barbara Schönborn, Teamleiterin der Eisenberger Tafel, Bürgermeister Ingo Lippert, und Beate Weber-Kehr, Vorsitzende Thüringer Tafeln e.V.

Meinungsaustausch (von links): Marion Beyer, Regionalleiterin der Thüringer Arbeitsloseninitiative Gera, Barbara Schönborn, Teamleiterin der Eisenberger Tafel, Bürgermeister Ingo Lippert, und Beate Weber-Kehr, Vorsitzende Thüringer Tafeln e.V.

Foto: zgt

Eisenberg. Nach der gegenseitigen Vorstellung machten sich die Frauen und Männer auf den Weg, um die Eisenberger Tafel in der Gartenstraße zu besichtigen. Unterwegs erklärte die Vorsitzende des Landesverbands Thüringer Tafeln e.V., Beate Weber-Kehr: "Es gibt in unserem Freistaat 46 ehrenamtlich geführte Tafeln. Sie versorgen rund 46 000 Menschen. Die meisten von ihnen erhalten Nahrungsmittel.

Aber es gibt auch Vereine, die Kleidung anbieten. Nach dem Motto ’Essen, wo es hingehört' werden wir von vielen Kaufhausketten und Märkten mit so genannten überschüssigen Lebensmitteln versorgt."

Zu denen, auf die die Tafel-Mitarbeiter zählen können, und die seit Gründung der Tafel-Bewegung fleißig liefern, gehören die Unternehmen Rewe, Goldei, Edeka, Kaufland, Brandt Zwieback, Fuchs-Gewürze (Schönbrunn), Metro, Globus, Lidl und andere. "Sie spenden gern für die bedürftigen Menschen im Land", fügt Beate Weber-Kehr an.

Für die insgesamt 480 freiwilligen Helfer der Tafeln bedeutet die Mitarbeit, fast jeden Tag kiloweise Nahrungsmittel und andere Spenden entgegen zu nehmen. Die Nahrungsmittel müssen aber – anders als Kleidungsstücke, Spielzeuge, Schulzubehör und andere Dinge – so schnell wie möglich verarbeitet und an die Bedürftigen ausgegeben werden.

"In Eisenberg und der umliegenden Region, mit Bürgel, Crossen und anderen Orten, gibt es 800 Bedarfsgemeinschaften", berichtet die Eisenberger Tafel-Leiterin Barbara Schönborn, die sich mit ihrem Team hier für die Bedürftigen ins Zeug legt. "Dazu gehören zwischen 250 und 270 Kinder und viele einzelne Leute, die wir versorgen. Das sind ca. eintausend Menschen, die allein in unserer Region von der Tafel-Initiative ’profitieren’. Da haben unsere 26 freiwilligen Helfer vollauf zu tun. Neuerdings gibt es bei uns von Montag bis Donnerstag warmes Mittagessen und freitags (ab 9 Uhr) ein gemeinsames Frühstück."

Eisenberg, so betonte Bürgermeister Ingo Lippert, fühle sich geehrt, dass die Tagung der Thüringer Tafeln in der Stadthalle durchgeführt wurde.

Die Gäste erhielten einen kleinen Eindruck von den Leistungen der Gastgeber. Hatten die doch für die Kaffeetafel lecker Kuchen gebacken, den sich die Thüringer Tafel-Aktivisten gern schmecken ließen.

Übrigens veranstaltet die Eisenberger Tafel am Mittwoch, dem 6. Oktober, 14 Uhr, in der Gartenstraße, ihr Herbstfest, zu dem auch ein Kindermal-Wettbewerb durchgeführt wird.

Der Landesverband Thüringer Tafeln wurde im September 2009 gegründet. Die höchstgelegene Tafel Thüringens ist in Neuhaus am Rennweg eröffnet worden.