So startet der FC Carl Zeiss Jena ins Trainingslager

Camburg  Der FC Carl Zeiss Jena hat gleich zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Außerdem gibt es einen neugestalteter Bus und viel Spaß auf der Saale.

Alter Neuer sitzt mit im Boot: Julian Günther-Schmidt (2. von rechts) wechselt nach zwei Ausleihen endgültig zum FC Carl Zeiss Jena und schipperte gestern mit seinem Team im Schlauchboot auf der Saale.

Alter Neuer sitzt mit im Boot: Julian Günther-Schmidt (2. von rechts) wechselt nach zwei Ausleihen endgültig zum FC Carl Zeiss Jena und schipperte gestern mit seinem Team im Schlauchboot auf der Saale.

Foto: Tino Zippel

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Gleich bei der Premierenfahrt stimmt das Motto auf dem neugestalteten Mannschaftsbus. „Auf großer Fahrt gemeinsam mit Heaven Shall Burn“, steht auf dem Volvo, den René Rüdiger nach Malsch nahe Karlsruhe steuert. Frisch beklebt präsentiert sich der Teambus der Drittliga-Fußballer, der sonst für Kombus auf Tour ist. Das Fahrzeug bietet mehr Platz für Gepäck und für Spieler.

Den braucht es auch: Der FC Carl Zeiss hat am Sonntag gleich zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Wunschkandidat Julian Günther-Schmidt (24) bleibt in Jena. Nach wochenlangen Verhandlungen fand Geschäftsführer Chris Förster eine finanziell verträgliche Lösung mit Bundesligist FC Augsburg, bei dem Günther-Schmidt noch eine Saison unter Vertrag stand. Nach zwei Ausleihen wechselt der Angreifer fest nach Jena, unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre mit der Option auf eine weitere Spielzeit.

Schnell sei ihm klar gewesen, dass er in Jena bleiben wolle, sagt Günther-Schmidt, der vergangene Saison in nur neun Spielen fünf Tore erzielte. Er verpasste in diesem Jahr alle Punktspiele wegen einer Leistenverletzung. In Jena habe er das Vertrauen gespürt, sich zurück zu kämpfen. Fürs erste Saisonspiel werde er wohl noch nicht rechtzeitig fit, wolle aber schnell aufholen. Bis zum fünften oder gar zehnten Spieltag will er nicht mit seiner Rückkehr warten, sagt der Angreifer, der noch nicht ins Mannschafts­training einsteigen darf.

FC Carl Zeiss Jena gelingt Transfercoup: Julian Günther-Schmidt kommt

Paddeln geht aber: Deshalb ging er am Sonntagmorgen mit auf die Saaletour. Cheftrainer Lukas Kwasniok hatte ihn in der Nacht auf der Heimfahrt von einer Familienfeier persönlich eingesammelt und mit nach Thüringen gebracht. Der Führungsspieler sollte die Auftakt­aktivität beim Camp, in dem die Spieler zu einem Team zusammenwachsen sollen, nicht verpassen. Mit Rettungswesten bestückt, stiegen die Spieler ins Schlauchboot, um auf der Saale von Camburg (Saale-Holzland-Kreis) bis zum Weingut Zahn in Kaatschen (Weimarer Land) zu kommen. Anderthalb Stunden kalkulieren die Experten von Kanutours Camburg dafür ein. Präsident Klaus Berka, Aufsichtsratschef Willi Obitz und dessen Vize Mario Voigt hatten die Bootstour spendiert.

„Wir hatten schnell den richtigen Takt raus. Hat viel Spaß gemacht“, sagt Außenverteidiger Tim Kircher, dessen Boot als erstes das Ziel erreichte. Trainer Lukas Kwasnioks Besatzung ließ es ruhiger angehen. „Die Spieler wissen, dass sie noch viel Kraft im Camp brauchen“, sagt er augenzwinkernd. Bis zum Freitag plant er in Malsch ein abwechslungsreiches Programm. Auf stupide Laufeinheiten als Frühsport verzichtet er bewusst.

„Wir absolvieren pro Tag eine fußballerische Einheit und zwei Aktivitäten“, kündigt er an. Eine davon findet in den Abendstunden statt, so dass seine Fußballer früh etwas länger schlafen dürfen als üblich in Trainingslagern.

Der einzige Programmpunkt, den er vorab verrät, ist das Testspiel gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg, das am Mittwoch in Ettlingenweier stattfindet. Ansonsten tappen seine Spieler im Dunkeln.

Auch den weiteren neuen Spieler Meris Skenderovic (21) hat der Trainer nicht eingeweiht. Der Mittelstürmer war zuletzt von der TSG Hoffenheim an den TSV Hartberg in die österreichische Bundesliga verliehen. Trotz einer höherklassigen Offerte aus Skandinavien entschied er sich für Jena, weil er unter Kwasniok lernen will. Hoffenheim leiht das Talent, das in der Junioren-Bundesliga 35 Tore in 43 Spielen erzielt hat, für ein Jahr nach Jena aus.

FC Carl Zeiss Jena leiht Skenderovic von TSG Hoffenheim aus

Damit steht die Offensive des Drittligisten. Hinter den Kulissen buhlen sie noch um Innenverteidiger Dominic Volkmer. Zweitligist Jahn Regensburg hat sich noch nicht erklärt, ob er ihn ziehen lässt. Von nahezu täglichem Kontakt mit dem Spieler und den Verantwortlichen seitens der Jenaer spricht Zeiss-Trainer Kwasniok, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat.

Und so halten sie im Bus noch einen Platz frei für den großgewachsenen Abwehrspieler. Wie das Teamhotel trägt das Gefährt drei Sterne. Allerdings beschreibt das nicht den Komfort im Fahrzeug. „Das sind die Meisterschaftssterne des FCC“, sagt Busfahrer Rödiger.

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