Kommunales

Unmut über Turnhallen-Schließung in Neustadt

Tischtennis-Mannschaften und Regelschule kritisieren Vorgehensweise des Landratsamtes

Bei Klaus Mailbeck, Leiter der Abteilung Tischtennis des Sportvereins Blau-Weiß 90 Neustadt, herrscht großer Unmut über die Sperrung der Regelschul-Turnhalle. 

Bei Klaus Mailbeck, Leiter der Abteilung Tischtennis des Sportvereins Blau-Weiß 90 Neustadt, herrscht großer Unmut über die Sperrung der Regelschul-Turnhalle. 

Foto: Theresa Wahl

Neustadt Der Frust in der Tischtennis-Abteilung des Sportvereins Blau-Weiß 90 Neustadt ist groß. „Die 35 Mitglieder haben gerade alle einen Hals“, fasst Abteilungsleiter Klaus Mailbeck die Situation zusammen.

Grund für den Unmut ist die für die Zeit vom 18. November bis 8. Dezember angekündigte Sperrung der Regelschul-Turnhalle in Neustadt, in welcher die Tischtennis-Mannschaften trainieren und ihre Punktspiele durchführen. In dem Zeitraum, in dem die Treppe am Haupteingang der Halle saniert werden soll, sind fünf Wettkämpfe angesetzt, die nun aber in Gefahr sind.

Eigentlich sollte die Sanierung in den Herbstferien erfolgen. „Aufgrund einer Verzögerung bei der beauftragten Firma mussten die Baumaßnahmen verschoben werden. Diese Information erhielten wir im September. Während der Bauphase ist es generell keinem Verein gestattet, die Halle zu benutzen“, erklärt Mandy Käßner, Pressesprecherin des Landratsamtes Saale-Orla, auf Anfrage.

Betroffen von der Schließung der Sportstätte in der Tischtennis-Abteilung sind je drei Herren- und zwei Jugend-Teams. Es bedeute viel Aufwand, die ganze Saison zu organisieren. Dazu gehöre nicht nur die Abstimmung mit den gegnerischen Mannschaften, auch vereinsintern gebe es viele Dinge, die in die Wege geleitet werden müssten, etwa die Betreuung des Nachwuchses, so Mailbeck.

Er habe die Wettkampfpläne bereits am 19. August an die Schulverwaltung geschickt und einen entsprechenden Antrag für die Wochenend-Nutzung gestellt. Eine Rückmeldung gab es bis heute nicht.

Das bestätigt Käßner: „Ein entsprechender Antrag des Vereines zur Durchführung von Wettkämpfen am Wochenende lag dem Landratsamt vor, wurde jedoch noch nicht bestätigt. Eine Erlaubnis für die Nutzung der Turnhalle an den Wochenenden, die in die Bauphase fallen, lag dem Verein somit auch nicht vor.“

Eine fehlende Genehmigung sei jedoch nicht unüblich, sagt Mailbeck. „Es ist nicht das erste Mal, dass der Plan nicht bestätigt wurde und so ein Versäumnis des Landratsamtes ist.“

Nachdem er auf die Schließzeit der Halle aufmerksam geworden war, wandte sich der Abteilungsleiter ans Landratsamt. Zunächst habe er in der Schulverwaltung angerufen. Dort habe ihm eine Mitarbeiterin nur gesagt, dass sie nicht vom zuständigen Zentralen Liegenschaftsmanagement informiert worden sei, dass die Halle geschlossen werde. Ein Unding für Mailbeck. „Es kann doch nicht sein, dass die Liegenschaftsabteilung ohne Rücksprache mit der Schulverwaltung so etwas festlegt“, findet er.

Dann habe er sich auch an das Liegenschaftsmanagement gewandt, um gemeinsam eine Lösung zu finden. „Dort hat der Mitarbeiter aber nur gesagt, dass ihn das nicht weiter interessieren würde. Die Halle müsste wegen des fehlenden Fluchtweges geschlossen bleiben.“

Daraufhin habe er ein Gespräch mit Landrat Thomas Fügmann (CDU) verlangt, um sich zu beschweren. Er sei aber wegen der Landtagswahl vertröstet worden, bekam jedoch zugesichert, dass er am Dienstag nach der Wahl eine Rückmeldung bekomme. Das sei bis heute nicht passiert.

„Im Landratsamt sitzen hauptamtliche Mitarbeiter, die von unseren Steuergeldern bezahlt werden und es nicht mal schaffen, miteinander zu reden. Es kann nicht sein, dass solche Dinge festgelegt und Probleme auf dem Rücken der Schule und der Vereine ausgetragen werden“, macht Mailbeck seinen Unmut deutlich.

Es gebe zwei weitere Zugänge zur Turnhalle, die im Zeitraum der Treppensanierung genutzt werden könnten und auch als Fluchtweg taugen würden. „Mit einem bisschen guten Willen hätte man miteinander eine Lösung finden können“, so Mailbeck. Mit einer bürgernahen Verwaltung habe dieses Verhalten für ihn nichts zu tun, im Gegenteil, es gehe unter anderem auf die Kosten der ehrenamtlich Tätigen.

Auch die Regelschule ist von der Schließung der Turnhalle betroffen. Dort findet nicht nur der Schulsport statt. Ein Physik-Kabinett sowie der PC-Raum sind in der oberen Etage untergebracht, die während der Bauarbeiten ebenfalls nicht genutzt werden können.

„Mit der Sanierung in den Herbstferien konnte ich leben, der jetzige Termin wurde uns aber auch einfach Ende September hingeklatscht“, sagt Schulleiterin Birgit Müller. Nun müsse sie schauen, wie sie ohne Turnhalle zurechtkomme. „Für mich stimmt die Kommunikation mit dem Landratsamt auch nicht. Der Stil, mit dem vorgegangen wird, gefällt mir nicht“, so Müller.

Deshalb findet Mailbeck: „Wenn man die Halle schließt, muss man auch prüfen, was das für Konsequenzen hat. Zuerst muss bei der Schule nachgefragt werden, dann auch bei den Vereinen. So kann man auf jeden Fall nicht mit den Leuten umgehen.“

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