Rudolstadt/Schwarzburg. Biodiversität wird Anfang Mai das bestimmende Thema einer zweitägigen Veranstaltung im Reitsaal des Schlosses. Das komplette Programm.

Quasi ins wissenschaftliche Exil ziehen Anfang Mai die „Schwarzburger Gespräche“. Erstmals im Reitsaal der Heidecksburg Rudolstadt gibt es am 3. und 4. Mai eine zweitägige Veranstaltung, die unter dem Motto „Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen...“ steht. Organisiert von der Zukunftswerkstatt Schwarzatal und der regionalen Leader-Arbeitsgruppe Saalfeld-Rudolstadt geht es um „die Erhaltung der Biosphäre als Voraussetzung eines guten Lebens weltweit und in der Region“.

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„Die Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist spätestens seit dem Brundtland-Bericht 1987 als grundlegende Herausforderung der Menschheit bekannt. Dennoch geht die Zerstörung der Biosphäre ungebremst weiter“, heißt es in der Einladung zur Tagung. Vor unseren Augen vollziehe sich „das sechste große Artensterben, an den Wind­schutz­scheiben unserer Autos klebt nur noch selten ein Insekt, und auch im Schwarzatal „stirbt“ der Wald. Langsam wird uns bewusst, dass diese Entwicklungen nicht „irgendwo da draußen“ stattfinden, sondern dass sie uns, unseren Alltag, unser „gutes Leben“ unmittelbar betreffen“.

Renommierter Forscher aus Leipzig hält Hauptvortrag

Wie müsste ein ganzheitliches Verständnis von „Natur“ im Anthropozän aussehen, und wie wäre es in praktische Handlungen vor Ort umzusetzen? Welche Veränderungen im Großen und im Kleinen, im globalen Maßstab und im Alltäglichen vor Ort, sind notwendig, um eine funktionsfähige Biosphäre zu erhalten? Wie kann ein neues Verständnis davon entstehen, dass wir integraler Teil der Natur sind und alle Veränderungen im Netzwerk des Lebens auch uns selbst betreffen?

Diesem Schwerpunkt sind die diesjährigen Schwarzburger Gespräche gewidmet, die erstmals in Rudolstadt stattfinden werden. „Mit Prof. Josef Settele vom Umweltforschungszentrum Leipzig konnten wir einen der renommiertesten Biodiversitätsforscher der Welt für den Hauptvortrag gewinnen“, blickt Burkhardt Kolbmüller von der Zukunftswerkstatt Schwarzatal voraus. Prof. Settele habe u.a. als einer von drei Co-Vorsitzenden den Bericht des Weltbiodiversitätsrats IPBES von 2019 mitverantwortet, sozusagen den „kleinen Bruder“ der UN-Klimaberichte.

Das komplette Tagungsprogramm im Überblick

Freitag, 3. Mai 2024

13.00 Uhr
Ankommen bei Kaffee, Wasser und Säften

13.30 Uhr
Eröffnung und Begrüßung, Einführung in das Tagungsthema
Dr. Burkhardt Kolbmüller, Zukunftswerkstatt Schwarzatal
Ines Kinsky, LEADER-RAG Saalfeld-Rudolstadt

14.00 Uhr
Was ist und wozu brauchen wir Biodiversität? Die Bedeutung biologischer Vielfalt für unser Leben, deren Gefährdung und Schutz
Prof. Dr. Josef Settele, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig (zugesagt)

15.00 Uhr
Für mehr Natur! Ziele, Projekte und Perspektiven des Naturschutzes in Thüringen
Dr. Burkhard Vogel, Staatssekretär Thür. Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (zugesagt)

16.00 Uhr Kaffeepause

16.30 Uhr
Was kommt nach der Fichte? Waldumbau in Thüringen
NN, Forstliches Forschungs- und Kompetenzzentrum Thüringenforst (zugesagt)

17.30 Uhr
Resümee und Abschluss des ersten Tages

20.00 Uhr
Lesung und Diskussion im Schillerhaus mit dem Theater Rudolstadt

Sonnabend, 4. Mai:

9.00 Uhr
Rückblick auf den Vortag, Einführung in den zweiten Tag
Dr. Burkhardt Kolbmüller, Zukunftswerkstatt Schwarzatal

9.30 Uhr
Wichtige Ökosysteme im Landkreis und deren Zustand
Barbara Leirer, UNB Saalfeld-Rudolstadt (angefragt)

10.15 Uhr Netze knüpfen: Aktivitäten der Natura 2000 Station Obere Saale
Sophie Heinrich, Natura 2000 Station Schiefergebirge/Obere Saale (zugesagt)

11.00Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr Landwirtschaft und Biodiversität – Wege zu einem fruchtbaren Miteinander
Dr. Stefan Gutbier, Schmiedefelder Alm GmbH (zugesagt)

12.15 Uhr
Biodiversität in Kulturlandschaft, Kommunen und Gärten – was jeder konkret tun kann
Frank Mittelstädt, Naturgarten e.V. (zugesagt)

13.00 Uhr Zwischenresümee und Ausblick auf die Exkursion, kleiner Imbiss

14.00 Uhr Exkursion in die Umgebung:
a) Rudolstadt-Schwarza: Streuobstwiesen als Trittsteinbiotope
b) Bad Blankenburg, Crysopas-Wehr: geplantes Naturpark-Informationszentrum c) Naturschutzstation Dr. Steuer
d) Schweizerhaus: Neophyten in unserer Landschaft
e) Schwarzburg, Forstbotanischer Garten: Waldumbau an konkreten Beispielen

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