Gesundheit

Klinikum Altenburg kämpft mit Ärztemangel

Altenburg.  Wegen zahlreicher unbesetzter Stellen hat das Klinikum Altenburg mit sinkenden Patientenzahlen zu kämpfen. Eine Kooperation soll Abhilfe schaffen.

Dr. Gundula Werner, Geschäftsführerin des Klinikums in Altenburg, an ihrem Arbeitsplatz.

Dr. Gundula Werner, Geschäftsführerin des Klinikums in Altenburg, an ihrem Arbeitsplatz.

Foto: Andreas Bayer

„Ja, wir hatten wegen Personalmangel Schwierigkeiten, die Versorgung abzudecken“, sagt Gundula Werner. Im Juli habe man deshalb zwei Stationen des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) zusammenlegen müssen. Seit dieser Woche sei dieser Zustand aber wieder aufgehoben, was bislang störungsfrei verlaufe. Doch eine Entwarnung kann Werner noch nicht geben, auch wenn man neue Mitarbeiter gewinnen konnte. „Momentan fehlen acht Ärzte, nächsten Monat sind es noch sechs.“ Das entspricht 20 beziehungsweise 15 Prozent der Mediziner am ZIM.

Es sei allerdings nicht so, dass dem Klinikum die Ärzte frustriert den Rücken kehren. „Es gab sicherlich auch Unzufriedenheit“, sagt Werner. Einige hätten aber ihre Arbeit gekündigt, weil sich ihnen eine neue Chance ergeben habe. Ein Oberarzt habe beispielsweise eine Chefarztstelle in einem anderen Krankenhaus angeboten bekommen, eine Oberärztin übernehme eine frei gewordene Praxis, ein Chefarzt gehe in Rente. Man versuche zudem alles Mögliche, die Zufriedenheit der Mitarbeiter abzusichern. In der Stabsstelle Mitarbeitermanagement seinen zwei Personen beschäftigt, die sich um deren Betreuung kümmern. Eine davon sei nur für die Ärzte zuständig.

Patientenzahlen sind rückläufig

Beim Pflegepersonal sei die Fluktuation hingegen nicht ungewöhnlich hoch. „Das ist aus meiner Sicht kein sehr großes Problem“, sagt Gundula Werner. „Das Krankenhaus ist eben ein Rund-um-die-Uhr-Geschäft, da braucht es auch belastungsfähige Mitarbeiter.“ Seit Juni würden sich auch die Chefärzte verstärkt miteinbringen, um die Kollegen zu entlasten, indem sie etwa auch am Wochenende oder in der Nacht präsent sind.

Weil derzeit so viele Ärzte fehlen, seien dementsprechend auch die Patientenzahlen rückläufig. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt der Rückgang am ZIM acht Prozent, auf das ganze Klinikum bezogen zwei Prozent. „Das Krankenhaus ist aber in einer stabilen Situation, kann auch so ein schwieriges Jahr verkraften“, sagt die Geschäftsführerin. Man sei gezwungen, effizienter zu arbeiten und Mittel aus dem laufenden Betrieb zu erwirtschaften, um die Kosten zu decken.

Ärztemangel betrifft alle Krankenhäuser

Die Situation sei derzeit für viele Einrichtungen schwierig, der Ärztemangel betreffe alle. Als Beispiele nennt sie das Klinikum Borna, wo die Fachabteilung für Neurochirurgie geschlossen wurde, das Kreiskrankenhaus in Greiz, das hohe Verluste schreibt oder das Burgenlandklinikum, das Insolvenz anmelden musste – alles in den letzten beiden Monaten. Weil die Gesetzeslage sich geändert habe und viele Mediziner heute lieber in Teilzeit arbeiten wollen, würden viel mehr Ärzte gebraucht. „Da bedarf es neuer Strukturen, um die Versorgung in Zukunft absichern zu können.“

Die im Oktober aufgenommene Kooperation mit dem Universitätsklinikum Leipzig sei daher ein wichtiger Schritt, die Situation zu entlasten. „Der Beweggrund für die Kooperation liegt darin, dass es immer schwerer wird, ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen“, sagt Werner. Nach neun Monaten Vorbereitungszeit sei nun permanent ein Assistenzarzt in der Facharztausbildung aus Leipzig in Altenburg präsent. „Die Zusammenarbeit ist von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung geprägt, aber wir sind natürlich der kleinere Partner, der Hilfe braucht.“

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