Biathlet Kühn: Nach Platz drei ein Bad in der Menge

Oberhof.  Beim Biathlon-Weltcup in Oberhof wird Johannes Kühn Sprint-Dritter. Philipp Horn löst das WM-Ticket.

Johannes Kühn stürmt in Oberhof auf Rang drei.

Johannes Kühn stürmt in Oberhof auf Rang drei.

Foto: Sascha Fromm

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Auf dem Weg aus dem Zielbereich hinaus laufen die Biathleten direkt vor den ersten Zuschauerrängen entlang. Da bleibt es nicht aus, dass dies dauern kann. Autogramme, Selfies, ein kurzer Plausch – bei so viel Begeisterung muss das einfach sein. Trotz strömendem Regen genossen Johannes Kühn und Philipp Horn dieses sprichwörtliche Bad in der Menge. „Bei einem Heimweltcup auf dem Podest zu stehen, ist schon etwas Besonderes“, sagte der Bayer Kühn über seinen dritten Platz im 10-km-Sprintrennen. Und der Thüringer Horn fand seinen 13. Rang, mit dem er sich das Ticket für die WM in Antholz sicherte, „einfach Wahnsinn“.

Vor einem Jahr hätte er nicht einmal zu träumen gewagt, unter die besten 15 der Welt zu laufen. Nun gelang es Horn schon zum zweiten Mal in diesem Winter (nach Platz elf in der Verfolgung von Le Grand Bornand). Eine Weltcup-Premiere im heimischen Stadion, die trotz zweier Strafrunden kaum besser hätte laufen können: „Es war einfach geil – und am Birxsteig noch lauter, als ich es mir ausgemalt hatte“, sagte der Athlet von Eintracht Frankenhain. Auf der folgenden Abfahrt hatte er sogar geprüft, ob die Ohrstöpsel noch sitzen. „Ich dachte , ich hätte sie verloren.“

Den Sprinterfolg holte sich Altmeister Martin Fourcade in Abwesenheit des fünfmaligen Saisonsiegers Johannes Thingnes Bö aus Norwegen, der wegen der anstehenden Geburt seines ersten Kindes auf den Start in Oberhof und Ruhpolding in der kommenden Woche verzichtet. Zweiter wurde mit Emilien Jacquelin ebenfalls ein Franzose - vor dem selbstbewusst auftretenden Kühn: „Ich weiß, dass es bei mir weit reichen kann, wenn ich mein Potenzial ausschöpfe“, sagte er. Die bisherige Saison, in der er als zweitbester Deutscher auf Rang zwölf im Weltcup liegt, gibt ihm Recht.

Auf dem schmutzig-nassen Band, das sich durch den Wald schlängelt, stellte er seine Laufstärke unter Beweis. Bei der reinen Streckenzeit war nur Fourcade schneller. Und diesmal blieb er auch am Schießstand cool. „Der Hannes hat es ja auch drauf“, meinte der siebtplatzierte Arnd Peiffer. Mit dem Kollegen duelliert er sich regelmäßig am Tag vor dem Wettkampf „unter Volllast“ im Training. „Auch da haben wir beide eine Scheibe stehen lassen. Das hat sich jetzt wiederholt“, verriet Peiffer und wirkte ebenso zufrieden wie der Drittplatzierte.

Einen Grund für seinen Aufschwung sieht Kühn in der neuen Rolle: „Es gibt einen mehr Sicherheit, wenn man fest im Team ist. Ich weiß ja, wie es ist, wenn man auf dem fünften oder sechsten Platz sitzt und zittern muss, in der Mannschaft zu bleiben“, erklärte er. Auch Horn hat sich etabliert und wurde folgerichtig für die deutsche Staffel an diesem Samstag nominiert. „Ein weiteres Highlight für mich“, meinte der 25-Jährige voller Vorfreude, ehe es ihn am Abend nach Hause zu Freundin Antonia Fräbel zog.

Ein Gläschen Wein als Belohnung sollte erlaubt gewesen sein.

Zeitplan für das Wochenende

Sonnabend, 11. Januar
12.00 Uhr: Frauen, Staffel
Deutschland mit: Vanessa Hinz,
Janina Hettich, Maren Hammer-
schmidt und Denise Herrmann
14.15 Uhr: Männer, Staffel
Deutschland mit: Philipp Horn,
Johannes Kühn, Arnd Peiffer
und Benedikt Doll
Sonntag, 12. Januar
12.45 Uhr: Frauen, Massenstart
Deutsche Starterinnen: Herrmann und Franziska Preuß (optional)
14.30 Uhr: Männer, Massenstart
Deutsche Starter: Doll, Kühn, Peiffer, Horn und Simon Schempp

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