Letzte WM-Chance für Thüringer Biathlet Lesser

Pokljuka.  Erik Lesser darf weiter hoffen. Während die Biathlon-WM ohne Simon Schempp stattfindet, kann sich der Thüringer auf der Pokljuka noch empfehlen. Einer anderen Ex-Weltmeisterin bleibt das verwehrt.

Erik Lesser hat noch Chancen auf eine WM-Teilnahme (Archivbild).

Erik Lesser hat noch Chancen auf eine WM-Teilnahme (Archivbild).

Foto: Sascha Fromm / MGT

Eine letzte Chance auf die Qualifikation für die Biathlon-WM bekommt Erik Lesser noch, doch der Ex-Weltmeister hält sich mit Kampfansagen zurück. „Natürlich will ich nach Antholz. Aber realistisch gesehen sind die Chancen doch eher gering“, sagte der 31 Jahre alte Thüringer.

Saison war aus Lessers Sicht bisher enttäuschend

Nach einer bislang enttäuschenden Saison bekommt Lesser beim Weltcup auf der slowenischen Hochebene Pokljuka nochmal eine Chance, kehrt nach mehreren Wochen Pause ins deutsche Team zurück und kann sich für die Titelkämpfe vom 13. bis 23. Februar in Italien empfehlen. Das teilte der Deutsche Skiverband am Dienstag mit.

„Natürlich will ich mich auf der Pokljuka für die WM in Antholz empfehlen. Aber mit einem Einzelrennen wäre nur ein Ergebnis unter den Top-8 die WM-Quali für mich“, sagte der zweimalige Weltmeister in einer Verbandsmitteilung. Gefordert ist der zweimalige Olympiazweite gleich zum Auftakt am Donnerstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) im Einzel über 20 Kilometer. In dieser Disziplin hatte er bei den Winterspielen 2014 in Sotschi noch Silber gewonnen - doch von dieser Form war Lesser in den vergangenen Wochen sehr weit entfernt.

Formschwach wurde der Verfolgungs-Weltmeister von 2015 in den zweitklassigen IBU-Cup versetzt und konnte diesen Schritt „absolut nachvollziehen“, sagte Lesser, der im Weltcup in diesem Winter nie in die Top 30 kam: „Wenn man der schlechtplatzierteste Deutsche ist, dann müssen die Trainer agieren.“ Ganz egal, wie der Sportler heißt.

Deutschlands einstiger Vorzeigeläufer wird in Antholz fehlen

Das bekam auch Simon Schempp schon zu spüren. Deutschlands einstiger Vorzeigeläufer wird in Antholz fehlen, das hatte Bundestrainer Mark Kirchner bereits am Sonntag nach dem Heim-Weltcup in Ruhpolding verkündet. „Ernüchternd“ fand der Schwabe Schempp die Entscheidung, an ein Karriereende denkt der Ex-Weltmeister und Schlussläufer der deutschen Staffel aber keineswegs. „Am wichtigsten ist es für mich jetzt, das Vertrauen in das für mich richtige Training zurückzugewinnen und eine gewisse Lockerheit wiederzubekommen, um damit wieder Schritte nach vorne zu machen“, sagte der 31-Jährige.

Während Roman Rees seinen Platz in der Mannschaft der deutschen Skijäger für Lesser räumen muss, reisen die Frauen um Anführerin Denise Herrmann unverändert nach Slowenien. Damit wird Franziska Hildebrand keine Möglichkeit mehr bekommen, sich sportlich für Antholz zu qualifizieren. Die frühere Staffel-Weltmeisterin war zuvor seit 2012 bei allen Großereignissen dabei gewesen.

Eine Nominierung ist aber noch möglich, da in Herrmann, Vanessa Hinz und Franziska Preuß bislang nur drei Frauen die geforderten Vorleistungen des DSV erbracht haben. Nötig waren dafür eine Weltcup-Platzierung unter den Top acht oder zwei unter den Top 15. Bei den Männern haben Olympiasieger Arnd Peiffer, Benedikt Doll, Johannes Kühn, Philipp Horn und Philipp Nawrath das Ticket gelöst. Platz für Lesser könnte trotzdem noch sein. „Bei Erik bin ich der Meinung, dass er es leistungsmäßig drauf hat, dass er uns als Startläufer immer helfen kann, dass er für die Single-Mixed immer gut ist“, sagte Peiffer.

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