Der Schlüsselspieler von Science City Jena

Jena.  Brad Loesing hofft auf Nachwuchs und einen Sieg im Derby mit Science City Jena am Freitag gegen die Niners Chemnitz

Am Ball ist Brad Loesing (links) kaum zu stoppen.

Am Ball ist Brad Loesing (links) kaum zu stoppen.

Foto: Sascha Fromm

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Das erste Weihnachtsfest als Ehemann hat Brad Loesing hinter sich. „Es war super! Wir konnten mit meiner Frau, ihrer und meiner Familie ein bisschen Zeit verbringen“, erzählt der 30-jährige US-Amerikaner. Seine Maren stammt aus Stuttgart. Im Sommer haben die beiden in den USA geheiratet.

Die Entscheidung, am Saisonbeginn zu Basketball-Zweitligist Science City Jena zu wechseln, hat das Paar auch ein paar Monate später nicht bereut. „An einem neuen Ort dauert es immer, bis man sich eingelebt hat. Ich fühle mich aber schon sehr wohl hier, wir lernen zusammen und bauen etwas auf, das macht Spaß“, sagt Brad Loesing. Auch seine Frau hat Arbeit gefunden, ist in einer Klinik für Demenzerkrankte tätig.

Das Glück der jungen Familie, zu der noch Terrier-Mischling Tucker gehört, soll in Zukunft durch Nachwuchs noch vermehrt werden. Ob Junge oder Mädchen, das ist Brad Loesing egal. Fest steht hingegen schon, dass die Kinder zweisprachig aufwachsen. „Maren spricht Deutsch, ich Englisch mit ihnen.“ Seine Frau habe ihm sogar schon eine fünfjährige Sperre, mit seinen Kindern Deutsch zu reden, auferlegt. „Wegen der Grammatik“, sagt Bard Loesing und schmunzelt. Dabei kann er hervorragend Deutsch, eine Seltenheit unter der großen Anzahl von US-Basketballern in der Bundesrepublik. In den meisten Fällen, auch bei Brad Loesing scheint es so zu sein, bedarf es immer erst der Liebe zu einer Einheimischen, damit die Fremdsprachkenntnisse beflügelt werden.

Die mittelfristige Zukunft jedenfalls können sich die frisch Vermählten in Jena vorstellen. Brad Loesing würde gerne auch über diese Spielzeit hinaus etwas mit Science City aufbauen, „wenn sie mich weiter wollen“. Und daran lässt Trainer Frank Menz kaum einen Zweifel aufkommen. „Er ist unser Schlüsselspieler. Wenn er schlecht spielt, werden wir die Spiele wahrscheinlich alle verlieren.“ Umso besser, dass der Aufbauspieler eine gute Saison spielt, gelernt hat, wie Menz findet, „mit der riesengroßen Verantwortung“ umzugehen. „Die hatte er bei seinen vorherigen Vereinen, wo er war, nicht.“

Loesings Einsatz gegen Chemnitz fraglich

Ob Loesing, der im Schnitt 12,8 Punkte pro Begegnung erzielt, auch am Freitag im Derby gegen Tabellenführer Niners Chemnitz aufs Parkett laufen kann, steht allerdings noch nicht fest. Beim 86:84-Erfolg gegen die Nürnberg Falcons war er umgeknickt, zog sich eine Kapselverletzung zu. „Ich hoffe, dass es bis Freitag reicht.“

Sein Einsatz gegen den Favoriten aus Sachsen wäre extrem wichtig, meint Trainer Menz. Auch, weil die Thüringer keine qualitativ gleichwertige Alternative haben. Der nachverpflichtete Dontay Caruthers zeige in jedem Training zwar, dass er ein großes Talent ist, konnte die guten Ansätze im Spiel bisher aber noch nicht umsetzen. In Sachen Transfers halten die Saalestädter bis zum Ende der Transferphase am 31. Januar deshalb Augen und Ohren offen, um eventuell noch einmal nachzurüsten, bei Loesing für Entlastung zu sorgen.

Der ist aus dem Weihnachtsurlaub auf jeden Fall mit neuer Energie, neuer Konzentration zurückgekehrt für die zweite Hälfte der Saison. Sein Ziel ist es, mit Science City mindestens den aktuellen dritten Tabellenplatz zu verteidigen, um in den Playoffs eine gute Ausgangsposition zu haben. Und die Familienplanung wird natürlich auch nicht vergessen.

Science City Jena – Niners Chemnitz, Freitag, 20 Uhr, Sparkassen Arena

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