Knapp 4000 Tickets für „Duell der Unschlagbaren“ sind schon weg

Erfurt.  Mit der Crowdfunding-Aktion wollen die Thuringia Bulls Erfurts Stadion virtuell füllen. Zehn Top-Athleten machen mit – unter anderem Thomas Röhler und Elisabeth Pähtz

Das Steigerwaldstadion wollen die Thuringia Bulls voll machen – rein virtuell.

Das Steigerwaldstadion wollen die Thuringia Bulls voll machen – rein virtuell.

Foto: Sascha Fromm

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Die Rollstuhlbasketballer der Thuringia Bulls waren auf gutem Weg. Der Mai sollte zu ihrem Krönungsmonat werden. Wieder einmal. Meisterschaft und Pokal hatten die Elxlebener auch in dieser Saison schon unter Dach und Fach gebracht. Nun wollte die Mannschaft von Trainer Michael Engel erneut zum Triple greifen, den Sieg in der Champions League wiederholen. Unglaubliche 60 Spiele waren die Bulls bereits ungeschlagen – eine Serie, die ihresgleichen sucht.

Was den von der Konkurrenz respektvoll „Unbeatabulls“ genannten Korbjägern auf dem Parkett verwehrt bleibt, wollen sie virtuell erreichen – im fiktiven „Duell der Unschlagbaren“ gegen ein Thüringer All-Star-Team. Die Idee: Fans und Förderer erwerben in der gestarteten Crowdfunding-Aktion Tickets, deren Erlös den zahlreichen Nachwuchs-, Inklusions- und Sportprojekten des Vereins zugute kommt. Das ehrgeizige Ziel: Bis 29. Mai mögen so viele Tickets verkauft sein, dass das Erfurter Steigerwaldstadion bis auf den letzten seiner 18.600 Plätze virtuell besetzt ist.

Kontrahenten der Bulls und Partner im Geiste zugleich sind die Thuringia All-Stars, ein Team aus zehn Sportgrößen, die das Projekt mit Sympathie begleiten. Nach den bereits nominierten Trainern Stephan Gneupel und Frank Ullrich stellen wir in loser Folge die zehn Sportler des All-Star-Teams vor.

1. Thomas Röhler , Speerwurf-Olympiasieger

Ein richtiger Wettkampf, der fehlt auch dem Jenenser in diesem Frühjahr. Der 28-Jährige betreibt wie so viele individuelles Fitnesstraining. Hin und wieder macht er dank der Hilfe des Olympiastützpunktes ein paar Würfe im Erfurter Stadion. Eine Sonderrolle beansprucht er für sich aber nicht. Von der vor ein paar Tagen erhaltenen Ausnahmegenehmigung, in Jena wieder regulär trainieren zu können, macht er noch keinen Gebrauch. Andere Sportler müssten sich schließlich auch gedulden. Dennoch komme er mit der Situation „ganz gut klar“, weil der Sport ihm schon so viele positive Erlebnisse gegeben habe. Bei den All-Stars ist er gern dabei. „Es ist super, gemeinsam als Team Thüringen aufzutreten und sei es nur virtuell.“

Fazit der Jury: Keiner wirft so gut, weit und erfolgreich wie der Olympiasieger aus Jena.

2. Elisabeth Pähtz, Schach-Großmeisterin

Die Erfurterin versucht, der Situation Gutes abzugewinnen. „Endlich habe ich Zeit, mich von meinem Marathon-Programm des vergangenen Jahres zu erholen“, sagt die 35-Jährige, die jetzt eigentlich beim Grand Prix der weltbesten Frauen auf Sardinien am Brett sitzen wollte. Schachlich völlig untätig ist sie nicht: Erst vor wenigen Tagen führte sie die deutsche Mannschaft beim Online-Länderkampf gegen Rumänien mit dem besten Einzelresultat zum Sieg. Doch die Schnellschach-Europameisterin von 2018 muss gerade mehr als gute Züge berechnen. Die momentane Zwangspause kostet sie „irgendetwas zwischen 5000 und 10.000 Euro“. Deutschlands Nr. 1 versucht, die Lücke zu füllen. Sie hat einen Youtube-Kanal eröffnet und übernimmt Online-Trainingsstunden ihres Vaters, Großmeister Thomas Pähtz, bei dem die Nachfrage zuletzt deutlich gestiegen ist. Mit den All-Stars will sie die stolze Serie der Bulls kontern: „Bei meinem Titelgewinn 2018 bin ich auch ungeschlagen geblieben.“

Fazit der Jury: Niemand denkt so klug voraus wie die Großmeisterin.

Infos und Tickets: www.thbulls.com

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