Thüringer Umweltministerium will Schafherden als Landschaftspfleger

Erfurt  Erfurt.Das Life-Programm der Europäischen Union zum Erhalt der Steppenrasen in Thüringen lief kürzlich aus, am Dienstag startete das Umweltministerium die Herbstkampagne zur Stärkung der Regionalmarke „Weidewonne – Thüringer Becken“.

Staatssekretär Olaf Möller, Gerlind Brand (Schäferin aus dem Kyffhäuserkreis) und Gerd Steuding (Schäfer aus Schwabhausen). Foto: Alexander Volkmann

Staatssekretär Olaf Möller, Gerlind Brand (Schäferin aus dem Kyffhäuserkreis) und Gerd Steuding (Schäfer aus Schwabhausen). Foto: Alexander Volkmann

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Das Life-Programm der Europäischen Union zum Erhalt der Steppenrasen in Thüringen lief kürzlich aus, gestern startete das Umweltministerium die Herbstkampagne zur Stärkung der Regionalmarke „Weidewonne – Thüringer Becken“.

Solche Steppenrasen zu pflegen, geht nicht maschinell oder mit anderen Tieren, sondern nur durch das Weiden von Schafherden. Steppen als baumlose Graslandschaften – davon gibt es noch etwa 1450 Hektar in Deutschland. Ein Drittel liegen in Mittel- und Nordthüringen.

In 14 Gebieten – vom Kyffhäuser- bis Ilmkreis, vom Kreis Gotha bis zum Jenaer Raum – wurden solche Life-Projekte umgesetzt. Unter dem Namen „Weidewonne“ wurde ein Marketing-Konzept für regionale Produkte aus der Ziegen- und vor allem Schafhaltung dieser 14 Gebiete entwickelt. Die Marke „Weidewonne – Thüringer Becken“ ist seit Mai 2013 durch das Deutsche Patentamt geschützt. Inzwischen sind auch 14 Schäfereibetriebe zertifiziert.

Lammfleischgenuss nach sechs Monaten Weidezeit

„Durch die Beweidung der Flächen wird die gesamt Kulturlandschaft erhalten“, begründet Olaf Möller, Staatssekretär im Thüringer Umweltministerium. Ohne diese Pflege würden Büsche und später Bäume wachsen, seltene Tiere und Pflanzen wie Orchideen könnten sich dort nicht mehr halten, unterstreicht Möller die Bedeutung der Schafe für den Naturschutz.

Gerd Steuding, Schäfer aus Schwabhausen bei Gotha, zeigt sich Land und Ministerium dankbar für die Unterstützung, denn sein Beruf droht auszusterben. Die Zahl der Mutterschafe hat sich in 25 Jahren in Thüringen auf 134 000 halbiert. Dann sei keiner mehr da, der die Kulturlandschaften pflegt. „Wir müssen junge Leute finden, die Spaß am Beruf haben und davon leben können“, wies Steuding auf die niedrigen Einkommen hin.

Zum Ende der Weidesaison kommen die Schafherden in die Ställe zurück. Die Tiere hatten über sechs Monate natürlichste Futterbedingungen. Jetzt ist das Lammfleisch von bester Güte. „Lammgenuss und Landschaftspflege gehören eng zusammen“ – so ein Motto der Kampagne.

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