Kritik an Verbot von Gottesdiensten im Kreis Hildburghausen

Hildburghausen.  Bischöfe kritisieren Verbot von Gottesdiensten und wollen Gespräch mit Landrat Thomas Müller suchen.

Fast menschenleer ist der Marktplatz mit dem historischen Rathaus in Hildburghausen.

Fast menschenleer ist der Marktplatz mit dem historischen Rathaus in Hildburghausen.

Foto: Martin Schutt / dpa

Im Bemühen, die Infektionswelle zu stoppen, hat der Landkreis Hildburghausen die Einschränkungen noch einmal verschärft. So trat am Sonntag neben einer Maskenpflicht in der Innenstadt von Hildburghausen ein Versammlungsverbot sowohl für Veranstaltungen unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumen in Kraft. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Das betrifft laut neuer Verordnung auch Veranstaltungen politischer Parteien, Beratungen von Kommunen oder Verbänden und „religiösen und weltanschaulichen Zwecken“ dienende Zusammenkünfte.

Wochenmärkte vom Verbot ausgeschlossen

Das schließt im Klartext auch Gottesdienste ein, was von den christlichen Kirchen des Landes auf Kritik stößt. Er habe es mit Befremden zur Kenntnis genommen, zitiert der MDR den evangelischen Landesbischof Friedrich Kramer.

Der katholische Bischof Ulrich Neymeyr habe während des gemeinsamen ökumenischen Gottesdienstes in Sonneberg am 1. Advent kritisiert, dass mit den Kirchen darüber nicht geredet wurde. Die Bischöfe wollen dazu das Gespräch mit Landrat Thomas Müller (CDU) suchen. Wochenmärkte sind vom Verbot ausgeschlossen. Auch Zusammenkünfte zur Sterbebegleitung, Seelsorge sowie Beerdigungen dürfen stattfinden.

Inzidenzwert sinkt wieder unter 600

Das Landratsamt zog mit den verschärften Regelungen auch Konsequenzen aus den Protesten gegen Corona-Auflagen in der vergangenen Woche, die landesweit für Entsetzen gesorgt hatten. Obwohl der Landkreis die deutschlandweit höchste Inzidenz aufwies, waren am Mittwoch Hunderte Menschen zum Teil ohne Maske und Sicherheitsabstand durch die Innenstadt von Hildburghausen gezogen.

Am Sonntag war der Inzidenzwert zwar unter die Grenze von 600 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gesunken, doch mit 579 Fällen (RKI-Angaben) gehört Hildburghausen nach wie vor zu den am schwersten betroffenen Landkreisen in Deutschland. In dieser Woche sollen Massentests in Kitas und Schulen starten. Allerdings hatten nach MDR-Angaben einige Bürgermeister bereits Ablehnung angekündigt.

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