Lungenkrankheit

Coronavirus: Typische Symptome und Anzeichen der Infektion

Berlin.  Mehr als 4,8 Millionen Menschen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Welche Symptome auf eine Covid-19-Infektion hinweisen können.

Merkel: "Kein Land kann die Krise allein lösen"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie aufgerufen. "Wir müssen gemeinsam handeln", sagte Merkel in einer Grußbotschaft zum Auftakt der Jahrestagung der Weltgesundheitsversammlung.

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Inhalte dieses Artikels:

  1. Welche Symptome treten bei einer Coronavirus-Infektion auf?
  2. Grippe vs. Coronavirus: Was sind die Unterschiede?
  3. Heuschnupfen oder Coronavirus?
  4. Coronavirus: Wann muss ich zum Arzt?
  5. Coronavirus-Hotline: Wen im Notfall anrufen?
  6. Coronavirus-Tests – Wie funktionierten sie?

Die Corona-Pandemie hat die Welt weiter fest im Griff. Insgesamt haben sich mehr als 4,8 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Rund 319.000 Menschen sind an der durch den Erreger ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben.

Auf die Statistiken ist aber nur bedingt Verlass. Grund dafür sind die vielen asymptomatischen Verläufe: Gut 50 Prozent der Menschen, die sich angesteckt haben, würden das gar nicht merken, sagte RKI-Chef Lothar Wieler: „Die sehen wir gar nicht.“ Lesen Sie hier: Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionsfaktor.

Wieder andere Menschen zeigen Symptome einer Coronavirus-Infektion, werden aber nicht getestet.

Zudem gibt es durchaus Überschneidungen der Symptome von Covid-19 und anderen Erkrankungen wie der Grippe. Mittlerweile hat sich die Datenlage jedoch wesentlich verbessert: Es liegen inzwischen zahlreiche Informationen über die Beschwerden der Patienten mit nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen aus Deutschland und vielen anderen Ländern vor. Auf viele drängende Fragen gibt es nun deutlichere Antworten.

Covid-19: Welche Symptome treten bei Infektion mit dem Coronavirus auf?

Die Verläufe der Erkrankung Covid-19 variieren laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) stark. Sie reichten von Verläufen ohne Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen. Die häufigsten Symptome sind laut RKI und dem Bundesministerium für Gesundheit:

  • Geruchs- und Geschmacksverlust
  • Fieber
  • Husten
  • Hals-, Kopf- oder Gliederschmerzen
  • Laufende Nase
  • Durchfall oder Erbrechen
  • Kurzatmigkeit

Während manche Personen kaum Symptome entwickeln, leiden andere Corona-Patienten unter schweren Komplikationen. Um diese früh zu erkennen, haben Ärzte nun ein Verfahren entwickelt. Dabei spielt ein Urintest eine besondere Rolle.

Besonders tückisch ist an der Erkrankung, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können. Dies bestätigte unter anderem eine in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie. Dieses Merkmal sehen die Forscher als eine riesige Herausforderung. Schließlich können infizierte Menschen, die sich noch völlig gesund fühlen, den Virus unbemerkt an andere weitergeben.

Eine international angelegte Befragung belegt, dass eine Coronainfektion mit dem Verlust des Geruchssinns einhergehen kann. Das Virus greife offenbar Zellen des Riechepithels an und sorge für einen Ausfall der Rezeptoren, teilte das an der Analyse beteiligte Universitätsklinikum Dresden am Pfingstmontag mit. Da sich die Zellen regelmäßig erneuern, klinge die Geruchsstörung bei vielen Betroffenen auch wieder ab. Das Phänomen gehe – anders als etwa bei einem grippalen Infekt – nicht mit einer verstopften Nase einher.

Die Ergebnisse resultieren aus einer Onlinebefragung und basieren auf Beiträgen von gut 4000 Patienten mit Covid-19-Diagnose aus mehr als 40 Ländern, wie es hieß. Die Analyse wurde bisher nur in einer sogenannten Preprint-Version veröffentlicht, sie wurde noch nicht von unabhängigen Gutachtern beurteilt und in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

App sammelt Daten über Symptome

Viele Experten gehen davon aus, dass die Pandemie erst mit einem Impfstoff zum vollständigen Erliegen kommt. Bis es so weit ist, könnten spezielle Apps das Infektionsgeschehen verlangsamen. Das Robert-Koch-Institut hat eine App namens „Corona-Datenspende“ entwickelt, mit der die Ausbreitung des Virus untersucht werden soll. Mehr als eine halbe Millionen Menschen übermitteln mittlerweile freiwillig Informationen. Diese werden mit Hilfe von Fitness-Armbändern und Smartwatches gesammelt.

Das RKI will sich zunutze machen, dass Smartwatches und Fitness-Armbänder unter anderem den Ruhepuls sowie Informationen zum Schlaf und dem Aktivitätsniveau ihrer Nutzer aufzeichnen. Ein erhöhter Ruhepuls kann zum Beispiel ein Hinweis auf Fieber sein. Das wiederum ist eines der vielen möglichen Symptome für eine Covid-19-Erkrankung.

Allerdings ist Fieber auch ein Symptom einer Grippe – genau wie Halsschmerzen wiederum bei einer Erkältung auftreten können. Deshalb ist es wichtig, auf eine Kombination der Symptome zu achten und zu wissen, wie üblich sie für welche Erkrankung sind.

Coronavirus: Tabelle zeigt Symptome

Grippe vs. Coronavirus: Was sind die Unterschiede?

Der immer wieder herangezogene Vergleich der Grippe mit dem Coronavirus hinkt. Vertreter mehrerer Unikliniken haben in einer Zwischenbilanz davor gewarnt, Covid-19 zu unterschätzen. Bei der Erkrankung handle es sich nicht um eine klassische Lungenentzündung wie bei einer Grippe, betonte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums Carl Gustav Carus in Dresden. Covid-19 sei „höchstkomplex“ und etwas Besonderes, was viele schwere Fälle der vergangenen Wochen gezeigt hätten.

So habe man bei Patienten mit schweren Verläufen auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems, des Rückenmarks oder der Gefäße beobachtet. Sogar temporäre Querschnittslähmungen oder Organversagen von Leber und Niere seien beobachtet worden. Die Folgen bezeichnete Albrecht teilweise als „grässlich“.

Bisheriger Verlauf: Coronavirus-Ausbreitung – Aktuelle weltweite Zahlen zur Coronavirus-Pandemie.

Die diesjährige Grippewelle ist laut RKI bereits vorbei. Bislang sind 2020 schon rund 500 Menschen in Deutschland an der Grippe gestorben und mehr als 180.000 haben sich infiziert.

häusliche quarantäne- die wichtigsten infos auf einen blick

Heuschnupfen oder Corona? Was sind die Unterschiede?

Allergiker können aufatmen: In der Regel unterscheiden sich die Symptome bei einer Allergie deutlich von denen bei einer Infektion mit Coronaviren, wie Mediziner betonen.

So heißt es auf der Website des deutschen Allergie- und Asthmabundes: Während Infektionen mit dem SARS CoV-2 Virus in den meisten Fällen durch Fieber und trockenen Husten gekennzeichnet sind, weisen Allergiker kein Fieber auf, dafür oft juckende Augen- und Nasenschleimhäute, tränende Augen, Niesreiz und Schnupfen.

Wann sollte man wegen Corona-Verdacht zum Arzt?

Ganz unabhängig von auftretenden Symptomen gilt: Wer Kontakt zu Infizierten hatte, sollte sich bei seinem Gesundheitsamt melden. Das RKI bietet online eine Postleitzahlsuche an, um das zuständige Gesundheitsamt zu finden.

Alle anderen Bürger sollen sich bei verdächtigen Symptomen und einem begründeten Verdacht auf Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus an das Amt oder den Hausarzt wenden. Dieser kann eine Laboruntersuchung veranlassen. Betroffene sollten vor dem Gang in die Praxis unbedingt dort anrufen – um nicht noch schlimmstenfalls andere anzustecken.

Coronavirus-Hotline: Wen im Notfall anrufen

Viele Ministerien auf Bundes- und Landesebene haben auf ihren Internetseiten umfassende Informationen zum Coronavirus zusammengestellt. Auch Hotlines für telefonische Fragen wurden in einigen Bundesländern eingerichtet. Eine Auswahl:

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums zum Coronavirus:

  • Telefon: (030) 346465100 (Montag bis Donnerstag: 8 bis 18 Uhr; Freitag: 8 bis 16 Uhr)

Infotelefon des Bundeswirtschaftsministerims (für wirtschaftsbezogene Fragen):

  • Telefon: (030) 18 615 0 (Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr)
  • E-Mail: buergerdialog@bmwi.bund.de

Hotline des Senats in Berlin

  • Telefon: (030) 90 28 28 28

Hotline der Hamburger Gesundheitsbehörde:

  • Telefon: (040) 428 284 000

Bürgertelefon zum Coronavirus der NRW-Landesregierung:

  • Telefon: (0211) 9119 10 01 (Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr)

Hotline des Thüringer Landesamtes für Verbraucherschutz:

  • Telefon: (0361) 57 381 50 99

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst:

  • Telefon: 116 117

Unabhängige Patientenberatung Deutschland

  • Telefon: 0800 011 77 22

Coronavirus-Tests – Wie funktionieren sie?

Es muss zunächst zwischen zwei verschiedenen Arten von Tests unterschieden werden. Es gibt die sogenannten RT-PCR-Tests, die auch als Coronavirus-Schnelltest s bekannt sind. Sie können eine akute Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 nachweisen. Mit Hilfe eines Rachenabstrichs kann innerhalb weniger Stunden festgestellt werden, ob ein Mensch infiziert ist oder nicht. Alles was man über den Coronavirus-Schnelltest wissen muss.

Es gibt außerdem noch den Antikörpertest. Mit Hilfe dieses Tests werden vor allem überstandene Corona-Infektionen nachgewiesen. Er funktioniert über die Analyse einer Blutprobe. Diese wird durch spezielle Maschinen in Laboren analysiert.

Coronavirus-Test: Wer wird getestet?

Die Testkapazitäten in Deutschland sind hoch, aber nicht unbegrenzt. Deshalb wird nicht jeder, der es möchte, auf eine Coronavirus-Infektion getestet.

  • Wer getestet wird, entscheiden die behandelnden Haus- oder Amtsärzte sowie Kliniken. Dabei orientieren sie sich an den aktuellen Empfehlungen des RKI
  • Menschen, die akute Symptome der Atemwege haben oder unter einem Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns leiden, werden vorrangig getestet – unabhängig davon, ob sie zu einer Risikogruppe zählen
  • Auch Personen, die Kontakt zu einem bestätigten Covid-19-Fall hatten und typische Symptome zeigen, können unter Umständen getestet werden
  • Antikörpertests können je nach Verfügbarkeit in Arztpraxen und Krankenhäusern von jedem in Anspruch genommen werden, der sie selbst bezahlt. Noch ist nicht sicher, ob Krankenkassen die Kosten übernehmen
  • In einigen Bundesländern sollen künftig Angehörige bestimmter Berufsgruppen getestet werden

Coronavirus-Monitor weltweit, Deutschland und Europa

Alle aktuellen Coronavirus-Fallzahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor, der sich in Echtzeit aktualisiert. Hinweis: Die Zahlen weichen meist von denen des RKI ab, weil für den Monitor unterschiedliche Datenquellen (Johns Hopkins University CSSE, NHC, DXY (China) sowie Meldungen der deutschen und französischen Behörden) verwendet werden.

(lary/bekö/jas/raer)

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