Aktive katholische Schwestern verlassen Weimar im Frühjahr

Weimar.  Die 100-jährige Tradition des Elisabethordens und die der Karmelitinnen geht zu Ende. Die Alteneinrichtung St. Elisabeth bleibt bestehen.

Das Karmel St. Teresa im ehemaligen Pfarrhaus der katholischen Gemeinde, das sich direkt oberhalb der Kirche befindet, wird zum 1. April geschlossen.

Das Karmel St. Teresa im ehemaligen Pfarrhaus der katholischen Gemeinde, das sich direkt oberhalb der Kirche befindet, wird zum 1. April geschlossen.

Foto: Susanne Seide

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In Weimar gehen im Frühjahr gleich zwei katholische Ären zu Ende: Sowohl die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der heiligen Elisabeth als auch die Karmelitinnen schließen ihre hiesigen Niederlassungen. Verbunden damit ist, dass die typischen Trachten aus dem Weimarer Stadtbild verschwinden werden. Bei der evangelischen Sophien-Schwesternschaft, die 1875 von Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach gegründet worden war, sind die Ordensgewänder längst nicht mehr üblich.

Die Elisabethschwestern, die im vergangenen Jahr erst das 100-jährige Bestehen ihres Ordens in der Kulturstadt feiern konnten, begründeten seinerzeit das St. Elisabeth-Seniorenheim. Die Caritas-Trägergesellschaft „St. Elisabeth“ wird dieses in der Immobilie des Ordens in der Mozartstraße uneingeschränkt fortführen. Das sagte Geschäftsführer Gundekar Fürsich auf Anfrage unserer Zeitung.

Zu dritt kam die Schwesternschaft 1919 nach Weimar, um sich der Alten- und Krankenpflege zu widmen. Zu dritt nun werden die letzten Elisabethschwestern, die im obersten Stockwerk des Seniorenheimes wohnen, ebenso seelsorgerisch für die 38 Bewohner gearbeitet haben und fester Bestandteil der Herz-Jesu-Gemeinde waren, Weimar verlassen. „Das ist schade, sie waren der Einrichtung 100 Jahre lang verbunden“, sagte Gundekar Fürsich.

Die Karmelitinnen hätten in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen ihres kleinen Klosters an der katholischen Kirche in Schöndorf feiern können. 1995 waren sechs Nonnen des Ordens aus Dachau nach Weimar gekommen, um im extra für sie umgebauten Pfarrhaus samt Klostergarten bewusst in einer wenig christlich geprägten Region ihr vom Glauben geprägtes Leben zu leben. Zwei betagte Karmelitinnen leben derzeit noch dort.

Schwester Hildegard, die am Neuaufbau in Weimar beteiligt war, möchte über die Schließung des Klosters zum 1. April hinaus ihren Ruhestand in Weimar verleben. Schwester Gertrud verlässt mit der Ordensgemeinschaft die Stadt. Raimund Beck, Generalvikar des Bistums Erfurt, dem die Immobilie in Schöndorf gehört, informierte am Montagabend die katholische Gemeinde über die Veränderungen. Er bedauerte den Rückzug der beiden Orden aus Weimar.

„Es ist schade, aber es ist so“, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Zugleich betonte Raimund Beck, dass das Bistum an einem zukunftsträchtigen Konzept für das ehemalige Pfarrhaus arbeite. Eine Lösung der Aufgabe erfordere wohl aber noch Zeit bis zum Sommer. „Die Perspektive braucht Basis und Leben“, sagte der Generalvikar. Die Arbeit dort solle nach jetzigen Vorstellungen sowohl sozial als auch ökumenisch geprägt sein.

Die Nonnen aus Schöndorf werden dort am 22. März verabschiedet, die Elisabethschwestern am Ostermontag, dem 13. April, in der Herz-Jesu-Kirche. Zu beiden Veranstaltungen hat sich Bischof Ulrich Neymeyr angekündigt.

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