Grenzzaun kommt in Dokumentationsraum in Assisi

Eichsfeld.  Die Bundeskanzlerin und ein Eichsfelder Pfarrer erinnern an die Teilung. Pilgerseelsorger blickt auf 2019 zurück.

Bruder Thomas Freidel ist Pilgerseelsorger in Assisi.

Bruder Thomas Freidel ist Pilgerseelsorger in Assisi.

Foto: Franziskaner-Minoriten

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Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter Bruder Thomas Freidel von den Franziskaner-Minoriten. Er ist Pilgerseelsorger in Assisi, und so mancher Eichsfelder dürfte ihm schon begegnet sein. Denn den Brüdern vom Sacro Convento, dem Kloster bei der Basilika, ist die Betreuung der Pilger und Besucher an diesem Ort aufgetragen. Bruder Thomas richtet den Blick noch einmal auf 2019.

Es sei ein mit Leben gefülltes Jahr der Begegnungen und verschiedensten Erlebnisse gewesen, sagt er. Im Frühjahr kam Angela Merkel zu ihrem zweiten Besuch nach Assisi, um die im Vorjahr erhaltene „Lampe des Friedens“ nun an den jordanischen König Hussein weiterzugeben. „Uns brachte die Kanzlerin als Geschenk einen kleinen Teil der Berliner Mauer mit, der mit den typischen Graffitis verziert ist“, erzählt der Ordensmann. Zusammen mit dem Stück Grenzzaun, das der Eichsfelder Pfarrer Günter Christoph Haase vor einiger Zeit mit nach Assisi nahm, soll das Mauerstück in einem zukünftigen Dokumentationsraum im Kreuzgang hinter der Basilika aufgestellt werden.

Leitung des Ordens übernimmt ein Argentinier

Im Mai tagte dann das Generalkapitel mehrere Wochen in Assisi. „Auf die Freude des Wiedersehens der Verantwortlichen unserer Gemeinschaft aus aller Welt folgte eine intensive Arbeitszeit, denn fast die gesamte Generalleitung sollte neu gewählt werden. Ergebnis war, dass nun nach der Gesamtkirche auch unser Orden unter ‚argentinischer Leitung‘ steht. Bruder Carlos Albero Trovarelli – früher bereits Provinzialminister in Buenos Aires – wird die nächsten sechs Jahre in der Verantwortung stehen“, so Bruder Thomas. Er habe auch gleich die tägliche Realität des Lebens in der internationalen Gemeinschaft besser kennengelernt.

Dann startete das Projekt eines gemeinsamen Konvents der verschiedenen Zweige des Franziskusordens im Kloster bei der Chiesa Nuova, dem Elternhaus des heiligen Franziskus in der Nähe der Piazza im Stadtzentrum. „Unsere Beteiligung an dem Experiment ist international, Brüder aus Indonesien, Slowenien und dem Libanon sind dabei. Das immer engere Zusammenwachsen und -arbeiten der franziskanischen Familie bekommt hier sichtbaren Ausdruck“, erklärt der Ordensmann.

Mit unterschiedlichen Pilgergruppen zu tun

Neben der Begleitung von Gruppen durch die Basilika und Einzelgesprächen durfte Bruder Thomas zudem wieder drei deutschsprachigen Brautpaaren bei der Spendung des Ehesakraments assistieren, die sich für diesen besonderen Tag schöne Plätze in der benachbarten Toscana ausgesucht hatten. Und er hatte natürlich wieder mit unterschiedlichsten Pilgergruppen zu tun. Da waren zum Beispiel Seminaristen des Würzburger Priesterseminars mit Bischof Franz Jung oder Schüler des Bonaventura-Gymnasiums Dillingen/Donau. Musikalische Akzente setzte unter anderem das Jugendorchester des Mozarteums in Salzburg.

„Quasi andauernd ist unser Restaurierungsbüro mit der Erhaltung unserer Kulturgüter beschäftigt. Nach Beendigung der Arbeiten in der Katharinenkapelle der Unterkirche folgt nun die Restaurierung der Fresken in der Magdalenenkapelle. Man darf gespannt sein, wenn die dortigen Fresken, die dem Spätwerk Giottos zuzuschreiben sind, wieder in neuem Glanz erstrahlen“, so Bruder Thomas.

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