Symbolischer Grundstein in Ershausen gesetzt

Ershausen  Sommerfest des Ershäuser Johannesstifts begeistert hunderte Gäste aus der Region und eine Ordensfrau aus Indien.

Bischof Ulrich Neymeyr segnet den symbolischen Grundstein für das neue Konventsgebäude.

Foto: Reiner Schmalzl

Wie treffend und tiefsinnig das Motto „Ins Wasser fällt ein Stein ...“ des Sommerfestes im St. Johannesstift gewählt worden war, erfuhren die Gäste und Gestalter am Samstagnachmittag förmlich auf Schritt und Tritt.

Da griff Bischof Ulrich Neymeyr zunächst in seiner Predigt zum Eröffnungsgottesdienst die bekannte Liedzeile auf und verdeutlichte die Wirkung eines ins Wasser geworfenen kleinen Steins, dessen Wellen sich auf den ganze See ausbreiten. „Was kann ein einzelner Mensch doch bewirken? Was bewirkt es, einem anderen Menschen die Hand zu geben und gute Laune zu verbreiten?“

Die Fragen des Bischofs schienen schnell und überzeugend beantwortet, blickte man an diesem festlichen Nachmittag in die dankbaren Gesichter der Menschen mit Behinderung, deren Angehöriger, der Mitarbeiter und Gäste. Hunderte Besucher aus dem Umkreis von Ershausen, aber auch aus den umliegenden Landkreisen und aus der Landeshauptstadt ließen sich den vielseitig geprägten Begegnungstag im Südeichsfeld nicht nehmen. Auch eine ökumenische Pilgergruppe, die von Hei­ligenstadt zum Hülfensberg unterwegs war, freute sich über die willkommene Pause und Stärkung vor dem letzten ­Anstieg.

Den weitesten Weg nach Ershausen hatte jedoch Schwester Alice, die Generaloberin der indischen Ordensgemeinschaft der Mägde Christi (Kristu Dasi), hinter sich. Mit Schwester Cecil, der Regionaloberin Deutschland, und Schwester Deepthi vom Konvent Sauerland besuchte sie ihre vier Mitschwestern in der 2015 eröffneten neuen Niederlassung im Eichsfeld.

Höhepunkt war die gemeinsame symbolische Grundsteinlegung von Generaloberin und Bischof Neymeyr für das neue Konventsgebäude auf dem Gelände des St. Johannesstifts. „Unsere Anwesenheit war nie geplant worden, sondern Gottes Wille“, erinnerte die Ordensfrau aus dem kleinen indischen Bundesland Kerala dankbar an das jetzige Wirken hier in der Diözese Erfurt. Um den Schwestern eine neue Heimat in der Fremde zu bieten, wird das Vinzenshaus auf dem Gelände der Einrichtung bis zum kommenden Frühjahr zum Konventsgebäude umgebaut. Darin sollen einmal acht Schwestern wohnen können und zudem alle Kristu-Dasi-Schwestern in Deutschland eine Begegnungsstätte finden. Neben zwei Gästezimmern soll in dem Haus auch eine Bibliothek eingerichtet werden, sagte Berthold Ehling, der Geschäftsführer des St. Johannesstiftes.

Er zog am Ende ein zufriedenes Fazit des Sommerfestes und bedankte sich bei allen Mitwirkenden und Besuchern.

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