Einziger Wunsch des Pößnecker Roberto Milde: Überleben

Peter Cissek
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Der Pößnecker Robert Milde leidet an der Nervenerkrankung ALS. Er hofft, mit Spenden die Kosten für eine Stammzellentherapie an einer Wiener Privatklinik aufbringen zu können, die ihm das Leben retten könnte. Foto: Peter Cissek

Der Pößnecker Robert Milde leidet an der Nervenerkrankung ALS. Er hofft, mit Spenden die Kosten für eine Stammzellentherapie an einer Wiener Privatklinik aufbringen zu können, die ihm das Leben retten könnte. Foto: Peter Cissek

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Roberto Milde leidet an der unheilbaren Nervenerkrankung ALS. Er bittet um Spenden, um die Kosten für eine Stammzellentherapie an einer Wiener Privatklinik aufbringen zu können, die ihm das Leben retten könnte.

Pößneck. Roberto Milde will kämpfen. Doch um Überleben zu können, benötigt der schwer kranke Pößnecker schätzungsweise 15 000 Euro für eine Stammzellentherapie an einer Wiener Privatklinik, für ein Verfahren, das in Deutschland nicht zugelassen ist. Weil ihm seine Krankenkasse die Behandlungskosten nicht bezahlen will, bittet er nun um Spenden.

Der 44-Jährige leidet an Amyotrophe Lateralsklerose, kurz genannt ALS. Das ist eine unheilbare Erkrankung des Nervensystems, die am Ende den Körper samt Atemmuskulatur lähmt. Die Lebenserwartung von ALS-Erkrankten liegt in der Regel bei noch drei bis fünf Jahren. Wissenschaftler in Österreich und Israel haben eine Behandlungsmethode mit körpereigenen Stammzellen entwickelt, die die Krankheit zumindest auf dem jetzigen Stand stoppen könnte.

Bis ins Jahr 2008 führte Roberto Milde ein normales Leben. "Dann plötzlich litt ich an Kraftlosigkeit in der linken Hand und wurde zu einem Neurologen überwiesen. Dieser behandelte mich wegen eingeengter Nerven", so Roberto Milde. Im Januar 2009 wurde er mit dieser Diagnose operiert, ohne Erfolg. Wenige Monate später kam noch eine Fußheberschwäche dazu. Den Behandlungen an der Uniklinik Jena folgte im Herbst 2009 eine Reha-Kur, ebenfalls ohne Erfolg. Roberto Milde, der als Tischler und Trockenbauer tätig war, wurde Frührentner.

Nach der Entnahme von Nerven- und Muskelgewebe folgte im April 2010 die Diagnose: ALS. Die Erkrankung frisst sich wie eine Seuche durch seine Nervenbahnen, macht nach und nach seine Muskeln unbrauchbar. "Seit Juni 2012 sitze ich im Rollstuhl", erklärt Milde. Er hatte sich bereits aufgegeben, doch seine Lebensgefährtin macht ihm immer wieder Mut. Sie las Bücher über die Krankheit und stieß in einem Internet-Forum darauf, dass andere ALS-Erkrankte nach der Stammzellentherapie in Wien das Voranschreiten dieser Krankheit stoppen konnten.

Mit der Stem Cell Therapy Group Vienna (www.sct-vienna.com) steht Roberto Milde bereits in Verbindung. Sein Problem ist, dass er das Geld für die medizinische Hilfe nicht aufbringen kann. "Ich bitte um finanzielle Unterstützung, damit ich eine Chance erhalte", so der Pößnecker. Bei der Raiffeisen-Volksbank Saale-Orla ist zu diesem Zweck ein Treuhandkonto eingerichtet worden. "Alle Spenden werden ausschließlich zu Therapiezwecken verwendet. Nicht benötigte Gelder gehen an das Kinderhospiz Mitteldeutschland in Tambach-Dietharz", verspricht der ALS-Erkrankte. Roberto Milde und Lebensgefährtin suchen noch einen Schirmherren aus dem öffentlichen Leben, der die Spendenaktion begleiten soll. Der 44-Jährige ist optimistisch und plant bereits für die Zeit nach der Stammzellentherapie. Wie Frank Abels aus Hessen (http://frank-abels.jimdo.com) will er seinen Krankheitsverlauf vor und nach dem Eingriff auf einer Homepage dokumentieren. Außerdem will er sich mit anderen Erkrankten vernetzen und eine bundesweite Unterschriftensammlung starten, damit die Krankheit auch in Deutschland anerkannt und auf Krankenkassenkosten therapiert wird.

Spendenkonto-Nr. 1032224 BLZ 83094444 bei der Raiff­­eisen-Volksbank