Forderung nach friedlicher Nutzung des Standortübungsplatzes Ohrdruf

Ohrdruf  Ein Ostermarsch zieht am Samstag durch Ohrdruf vor die Tore des Bundeswehr-Geländes, für das ein Konzept als Weidefläche vorliegt.

Johanna Scheringer-Wright (Die Linke), Landtagsabgeordnete in Thüringen, sprach auf der Abschlusskundgebung. Wie in den vergangenen Jahren war Ohrdruf auch an diesem Ostersamstag Schauplatz eines Ostermarsches der Friedensbewegung.

Johanna Scheringer-Wright (Die Linke), Landtagsabgeordnete in Thüringen, sprach auf der Abschlusskundgebung. Wie in den vergangenen Jahren war Ohrdruf auch an diesem Ostersamstag Schauplatz eines Ostermarsches der Friedensbewegung.

Foto: Claudia Klinger

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Wie in den vergangenen Jahren war Ohrdruf auch an diesem Ostersamstag Schauplatz eines Ostermarsches der Friedensbewegung, die damit ihre Stimme gegen die Kriege in dieser Welt erheben wollte. Etwa 110 Teilnehmer versammelten sich zunächst am Gedenkstein für die Opfer des Todesmarsches. Sie liefen dann durch die Stadt bis vor die Tore des Standortübungsplatzes der Bundeswehr, wo sich ungefähr 125 Menschen zur Abschlusskundgebung trafen.

Barbara und Klaus-Dieter Gruß aus Ilmenau sind auch wieder dabei – wie seit vielen Jahren schon. „Weltweit gibt es noch so viele gefährliche Konflikte, und Deutschland verkauft weiter munter Waffen. Damit sind wir nicht einverstanden“, erklärt Barbara Gruß.

„Kein Truppenübungsplatz in Ohrdruf“ – dieser Spruch steht auf einem Anstecker, den Johanna Scheringer-Wright an ihrer Bluse trägt. Die Thüringer Landtagsabgeordnete der Partei Die Linke hat ihn extra herausgekramt, denn der Button ist schon viele Jahre alt. „Weil das Gelände immer noch militärischen Zwecken dient, kommen wir immer wieder hierher, um unsere Forderung zu erneuern“, sagte sie.

Zumal längst ein Konzept für eine friedliche Nutzung vorliege. „Heinz Bley, Landwirt aus Crawinkel, würde gern seine extensive Weidetierhaltung mit alten Haustierrassen auf dieses Gebiet ausdehnen“, machte Scheringer-Wright in ihrer Rede aufmerksam. „Und die Gebäude auf dem Übungsplatz, die 2015 und 2016 Unterkunft für Flüchtlinge boten, könnten für sanften Tourismus entwickelt werden. Schulklassen zum Beispiel hätten die Möglichkeit, Bildung in der Natur zu erleben. Und die Stadt Ohrdruf würde auch profitieren“, so die Politikerin.

Sie warf auch einen kritischen Blick auf deutsche Rüstungsexporte, mit denen Kriege unterstützt würden, vor denen Menschen fliehen müssten. „Und dann wundern sich manche, warum so viele Flüchtlinge nach Europa kommen“, sagt sie. Deshalb müsse der Zusammenhang immer wieder erklärt werden.

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