Für Sömmerdaerin sind Bücher und Kultur Herzensangelegenheit

Sömmerda.  Bürgerpreis 2019: Helga Schwittay aus Sömmerda erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Alltagshelden“.

Die Sömmerdaerin Helga Schwittay engagiert sich ehrenamtlich für die Bibliothek in Sömmerda.

Die Sömmerdaerin Helga Schwittay engagiert sich ehrenamtlich für die Bibliothek in Sömmerda.

Foto: Jens König

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Zum sechzehnten Mal ehrte die Sparkassenstiftung Sömmerda das ehrenamtliche Engagement von Menschen, die sich in besonderer Weise im Landkreis bürgerschaftlich einsetzen. Helga Schwittay aus Sömmerda erhielt den Bürgerpreis 2019 in der Kategorie „Alltagshelden“. Ausgezeichnet wurde die 72-Jährige, weil sie sich als Fördervereinsmitglied und auch darüber hinaus für die Stadt- und Kreisbibliothek in Sömmerda stark macht.

Seit der Vereinsgründung vor etwa neun Jahren ist Helga Schwittay die Vorsitzende, kümmert sich seitdem um den Papierkram, knüpft Kontakte zu Sponsoren und organisiert Veranstaltungen. „Eigentlich wollte ich bei der letzten Vorstandswahl nicht mehr antreten“, erzählt die 72-Jährige. Das ließen aber die anderen Vereinsmitglieder nicht zu. Die kommenden zwei Amtsjahre will die Vorsitzende des Fördervereins noch durchziehen, danach soll der Nachwuchs an die Reihe kommen.

Doch auch wenn sie in absehbarer Zeit den Vorsitz abgibt, will sich Helga Schwittay keinesfalls von der Vereinsarbeit zurückziehen. Denn die Sömmerdaer Bibliothek liegt ihr am Herzen.

Bibliotheksnutzerin von Kindesbeinen an

Deshalb erklärte sie sich im November 2011 auch bereit, den Förderverein zu gründen. Den Anstoß dazu gab die ehemalige Bibliotheksleiterin Roswitha Leischner. Als gute Freundin ermutigte sie Helga Schwittay vorab immer wieder, nach dem Renteneintritt einen Förderverein zu gründen, um die Bibliothek zu unterstützen.

Eine passendere Person für diese Aufgabe hätte Roswitha Leischner wohl nicht finden können. Denn Helga Schwittay ist schon von Kindesbeinen an eifrige Leserin in sämtlichen Bibliotheken, die die nähere Umgebung zu bieten hatte – interessiert sich für Kunst, Kultur und Literatur seit sie denken kann. „Zu Weihnachten oder zum Geburtstag habe ich mir schon immer nur Bücher gewünscht“, erzählt die 72-Jährige.

Selbst Schulbücher gehörten zur Lieblingslektüre, wenn sie etwas Interessantes enthielten. „Die Bücher für Biologie und Geschichte zum Beispiel hatte ich meistens vor Schuljahresbeginn schon durch“, sagt Helga Schwittay. Und auch heute noch besucht sie die Kreis- und Stadtbibliothek Sömmerda mindestens einmal die Woche. Mit ihrer Begeisterung für Bücher hat sie auch schon ihre Enkelin angesteckt, die es liebt, mit den Großeltern zu lesen.

Schwerpunkt ist Förderung von Kindern und Jugendlichen

Die Gründung des Fördervereins stellte Helga Schwittay und Roswitha Leischner damals allerdings vor einige Probleme: Erfahrung mit Vereinsarbeit hatte bis dahin keine von beiden. „Wir haben uns langsam herangetastet“, erzählt die Vorsitzende. Mittlerweile ist der viele Papierkram aber zur Routine geworden.

Weil der Verein als gemeinnützig eingetragen werden sollte, musste die Satzung zusätzliche Kriterien erfüllen. Fördermittel und Spenden dürfen demnach nur für Veranstaltungen und Projekte eingesetzt werden, die sich der Verein zum Ziel gesetzt hat. Den Träger, die Stadt Sömmerda, darf der Förderverein finanziell nicht entlasten.

Ein Schwerpunkt des Vereins ist die Förderung von Kindern und Jugendlichen. Deshalb überlegen sich die Mitglieder in den jährlichen Sitzungen immer wieder neue Projekte und Veranstaltungen. „Immer zusammen mit den Mitarbeitern der Bibliothek“, sagt Helga Schwittay. Viele neue Ideen kommen von ihnen, die aber nur mit Hilfe des Fördervereins umsetzbar sind. Denn die Bibliothek ist eine städtische Einrichtung, die an Zuweisungen aus dem Haushalt gebunden ist. Die meisten Veranstaltungen werden vom Förderverein finanziert.

Bibliothek als multimediales Zentrum

Auch um die Fördermittelanträge und Spendenakquise kümmert sich Helga Schwittay. Als „Ur-Sömmerdaerin“, wie sich die 72-Jährige selbst bezeichnet, habe sie viele Kontakte aufbauen können, die nun auch dem Verein zugutekommen.

Mit Veranstaltungen wie Bibliotheksfrühstück, Frühlingskonzerten, Lesungen und Filmvorstellungen sorgt der Förderverein für ein vielfältiges kulturelles Angebot in Sömmerda. „Wir versuchen, das Angebot zu erweitern und anzupassen. Was funktioniert, machen wir wieder“, so Schwittay. Mit Lesungen und Projekten wie der „Leselotte“ oder der „Lesenacht“ im Volkshaus wollen die Vereinsmitglieder auch die jüngere Generation für Kultur, Bildung und Literatur begeistern.

Doch mittlerweile steht die Bibliothek nicht nur für dicke Schmöker: „Es ist zu einem multimedialen Zentrum geworden, das auch Familien gerne in Anspruch nehmen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Spiele, Hörspiele, Filme und digitale Medien können von Schulen, Eltern und Kindern ausgeliehen werden. Das Angebot wächst beinahe wöchentlich.

Und das verdankt die Kreis- und Stadtbibliothek nicht zuletzt ihrem Förderverein und Gründerin Helga Schwittay.

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