Jenaer Infosäulen: Karten seit sieben Jahren nicht aktualisiert

Über die Feiertage laden sich viele Jenaer gerne Gäste ein. Doch wehe, wenn sich Ortsunkundige an den touristischen Informationssäulen orientieren, die an mehreren Stellen im Stadtgebiet rumstehen. Die darin eingeklebten Stadtpläne sind fast so alt wie die Steinkohle.

Beliebtes Spiel für Ortskundige: Wer findet die meisten Fehler auf den beiden Stadtplänen? Solche Säulen gibt es einige in Jena - und sie sind nicht gerade aktuell. Foto: Thomas Beier

Beliebtes Spiel für Ortskundige: Wer findet die meisten Fehler auf den beiden Stadtplänen? Solche Säulen gibt es einige in Jena - und sie sind nicht gerade aktuell. Foto: Thomas Beier

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Jena. "Sagen Sie mal, wo ist denn nun der Paradiesbahnhof?" fragte Hagen Schulz aus Haale/Saale am Montag einen zufällig vorbeikommenden Passanten. Im Gesamtstadtplan ist Jenas wichtigster Fernbahnhof nach wie vor beim Phyletischen Museum eingemalt. In Wahrheit befindet er sich seit 2005 schon gegenüber vom Volksbad. Auch wer ein Hotel sucht, sollte die Angaben mit Vorsicht genießen. Das in Lobeda-Ost eingetragene "Classic-Hotel" gibt es längst nicht mehr.

Für den Stadtplan zeichnet das Bad Langensalzaer Unternehmen Artifex verantwortlich. Der Dienstleister hat im Kleingedruckten der Karte eine Generalentschuldigung vermerkt. "Manche der Informationen sind naturgemäß ständigen Veränderungen unterworfen. Eine Haftung für die Richtigkeit kann darum nicht übernommen werden." Die Zeitung meldete am Montag die Fehler im Plan an Artifex. Karin Fulla von Artifex sagte, dass für die Tafeln kein Lizenzvertrag mit der Stadt Jena bestehe. Gebe es einen solchen Vertrag, würden die Pläne einmal im Jahr aktualisiert.

Christa Jordan, die ortskundige Jenenserin half gestern dem Mann aus Halle bei der Orientierung, entdeckte mindestens zehn Fehler im Stadtplan: Das "Capitol" ist kein Kino mehr, mehrere JeNah-Linienverläufe sind überholt, wo der Saaleradwanderweg heute verläuft bleibt offen und auch im Süden der Stadt ist vieles nicht mehr so, wie es im Jahre 2004 war - Stichwort Hügel auf dem Lobdeburg-Tunnel und Straßenverlauf in Lobeda-Süd. Hagen Schulz meint: "Na dann die Säule am besten komplett abreißen!" Die rabiate Forderung aus Haale könnte in Jena durchaus Befürworter finden, denn der Reinigungsaufwand an den weißen Metallkörpern ist enorm. An der dritten, freien Seite der Säule werden mit Vorliebe illegale Werbezettel und Aufkleber gepinnt, was keinen guten Eindruck macht. Mitarbeiter der städtischen Betriebe müssen die Klebereste fast wöchentlich wieder abkratzen.

Ein Aufkleber ist auf der Säule übrigens korrekt und gut geschützt hinter Glas. Zumindest der neue Standort der Tourist-Information wurde aktualisiert. Hier können Gäste notfalls auch nach dem Weg zum Bahnhof fragen.

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