Dornburger Karnevalisten feiern ihr 25-Jähriges

Dornburg.  25 Jahre jung wird der Fasching in Dornburg. Das feierte der Dornburger Carnevals Club am Samstag mit einer Gala.

Zum 25-Jährigen feierte der Dornburger Carneval Club mit Gastvereinen und Vereinen aus dem Ort.

Zum 25-Jährigen feierte der Dornburger Carneval Club mit Gastvereinen und Vereinen aus dem Ort.

Foto: Foto: Jens Henning

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Das gibt es wohl nur in Dornburg, dass die Faschingsprinzessin beim Auftritt der Jüngsten im Saal auf den Knien herum rutscht, klatscht und nach der Darbietung vor Freude die Fäuste nach oben streckt.

Ramona Edelhof, die Prinzessin im 25. Jahr des Dornburger Faschings, genoss den Moment. Ihr war vollkommen egal, dass ihr schönes Kleid vielleicht etwas schmutzig werden könnte. Sie war einfach nur mächtig stolz auf die Mini-Karnevalisten. Und ihre Lockerheit zeigte sie auch später im zweistündigen Gala-Programm in der Turnhalle in Dornburg. Als die Männer des Dornburger Carnevals Club (DCC) bei fetziger Musik auf dem Saal tanzten, wippte sie auf der Bühne entspannt mit zur Musik.

Dass es am Sonnabend überhaupt zu dieser Gala kam, die vom Präsidenten Tristan Sammer (33) moderiert wurde, lag an den Protagonisten, die an gleicher Stelle am letzten Tag 1994 zur Silvesterparty auftraten. „Wir hatten uns damals Sketche überlegt. Die kamen so gut an, dass die Leute wenig später meinten, die könnte ihr doch auch beim Fasching zeigen“, sagte Gunnar Wackernagel (57) aus Dornburg. Er gehörte Anfang 1995 zu den Mitbegründern der fünften Jahreszeit in Dornburg.

In den ersten zwei Jahren lief längst nicht alles glatt

„Wir hatten da mal ein Mitglied, er kam aus dem Westen, er trug ein dickes Goldkettchen und wollte uns zeigen, wie Fasching geht. Als er nachher ein wenig in die eigene Tasche gewirtschaftet hatte, haben wir ihn in die Wüste gejagt“, sagte Zoltan Huszar (73) aus Dornburg über ein weniger schönes Kapitel im Dornburger Fasching. Seine Frau Renate übernahm die Führung des Vereins – bis vor acht Jahren. Dann gab es den Generationswechsel. Tristan Sammer, damals gerade 25 Jahre alt, übernahm.

Verändert hat sich in den zwei Jahrzehnten auch das Programm. „Wir hatten mit Peter Torlee auch einen guten Büttenredner. Doch gute Büttenreden zu halten, ist mit das Schwierigste beim Fasching. Eine vorbereitete Rede ablesen, das kann jeder. Aber die richtigen Pausen zu setzen, dass Witz und Pointe beim Publikum ankommen, das ist eine Kunst“, sagte Uwe Meder (57) aus dem benachbarten Wilsdorf. Er stieß ein Jahr nach der Gründung des Vereins zu den Faschingsleuten.

Kurz nach halb elf war der offizielle Teil der Festveranstaltung vorbei. Zweieinhalb Stunden lang wurde getanzt, wurden von Vertretern der Gastvereine Geschenke an die Hausherren verteilt, wurde geklatscht und nicht mit Zugabe-Rufen gegeizt. „Jeder von uns gibt sich sehr viel Mühe. Das macht unseren Fasching aus“, sagte Ramona Edelhof. Mit ihrem Lebensgefährten Ruben Baunack eröffnete sie mit einem 25 Sekunden lang dauernden Kuss die Kussfreiheit. Und am Ende des Programms gaben sie Tanzfläche frei. Dass ihr Freund noch das Männerballett-Kostüm trug, passte irgendwie ins Bild eines etwas anderen Faschingsabends.

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