Oppurger Schlossnarren feiern ausgelassen ihr 30-Jähriges

Oppurg.  1990 hätte keiner darauf gewettet, dass es den seinerzeit eher zufällig aus der Taufe gehobenen Karnevalsclub heute noch in Oppurg gibt.

Im Zeichen der 30: Die Funkengarde des Karnevalsclubs Schlossnarren Oppurg nach ihrem ersten Auftritt.

Im Zeichen der 30: Die Funkengarde des Karnevalsclubs Schlossnarren Oppurg nach ihrem ersten Auftritt.

Foto: Foto: Marius Koity

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„Vor dreißig Jahren hätte keine darauf gewettet, dass es in Oppurg heute noch einen Karnevalsclub gibt“, sagt Karl Möcker. Er war dabei, als es im Februar 1990 im Grünen Baum zur ziemlich spontanen Gründung der Faschingsgemeinschaft kam.

Den Anschub gaben Schlossnarren aus dem rheinland-pfälzischen Lambsheim, die elf Oppurgern im Saal einfach mal Narrenkappen aufgesetzt hätten. Zum ersten Präsidenten sei kurzerhand der damalige Bürgermeister Volker Mach gekürt worden.

„Das war schon komisch, wie das ablief“, sagt Karl Möcker, der seinem Verein dann als Büttenredner, im Männerballett oder im Elferrat diente.

Heute sei der Fasching „anders als früher“, eher auf Bedürfnisse der Jugend zugeschnitten, „aber trotzdem schön“, resümiert der Oppurger Faschingsveteran. Nach Jahren fernab des karnevalistischen Rampenlichtes leistete er am Freitag gern seinen Beitrag zu einer unvergesslichen erste Jubiläumsveranstaltung des Vereines.

„Wir tanzen und feiern, wie es uns gefällt, zur 30. begrüßen wir Gäste aus der ganzen Welt“, lautet das ambitionierte Motto der Oppurger Session. Unter den Augen von Prinz Peter I. und seiner Prinzessin Ines II. sowie moderiert von Mike Ronge gaben die Gruppen des Vereines am Freitag bis Mitternacht alles. 22 Programmpunkte inklusive Tanzrunde brauchen halt ihre Zeit und schließlich ist ein Faschingsabend kein Termin.

Ob nun Funkengarde, Orlaküken oder Red Peppers, Schlossspatzen, -garde oder -crew – die Gäste im gut gefüllten Saal jubelten jede Tanzgruppe zur Höchstleistung. Wegen der Rekordtagesordnung sollten Zugaben eigentlich ausbleiben, aber das Männerballett mit einer Choreographie, die Schuhplatteln mit Rap und Cancan verband, musste man einfach zweimal sehen. Das Damenballett rockte derweil in russischer Volkstracht – das hatte was.

Ein Genuss waren die Auftritte der Schlossnarren früherer Generationen, die aus Anlass des 30-Jährigen reaktiviert wurden. Während das Damenballett senior nachwies, dass moderner Tanz keine Frage des Alters und auch mit der operierten Hüfte machbar ist, hob das quasi als Boygroup auftretende Männerballett senior mit unverwüstlichen Partysongs den Saal von den Stühlen. Auf diesen standen dann etliche Gäste, als die Molbitzer Hofsänger die Stimmung zum Kochen brachten.

Eher den Geist des Publikums forderte zwischendurch Büttenrednerin Birgit Junge, die äußerst unterhaltsam von dem als Unterricht bekannten Lehrer-Schüler-Nahkampf berichtete. Die Blödelbarden, DJ Blume und DJ TH rundeten den lauten und bunten Abend ebenso ab wie bestens aufgelegte Gratulanten beispielsweise aus Schlettwein, Ranis und Knau.

„Wir könnten euer großer Bruder sein“, sagte Christian Böhnke beispielsweise mit dem Hinweis darauf, dass sein Carnevalsclub Schlettwein schon 38 ist. Was er vorne an der Bühne nicht hörte, war eine Meinung hinten im Saal: „Ihr Schlettweiner habt aber das Pech, Pößnecker zu sein.“ So geht Fasching.

Am 14. Februar ab 20.30 Uhr veranstalten die Schlossnarren im Grünen Baum eine „Narrenparty deluxe“.

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