Banner sollen Diskussion zu Stromtrasse Südlink beleben

Landkreis  Politiker sehen negative Folgen für Tourismus und fordern, Gebot der Geradlinigkeit einzuhalten und dezentrale Energiegewinnung auszubauen

Michael Klostermann, Landrat Harald Zanker und der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Vogtei, Eberhard Schill (von links), am Banner.

Michael Klostermann, Landrat Harald Zanker und der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Vogtei, Eberhard Schill (von links), am Banner.

Foto: Alexander Volkmann

„Wir lassen uns nicht linken.“ So steht es auf den drei großen Bannern, die am Samstag an drei prominenten Stellen im Landkreis aufgehängt wurden. Der Kreisverband der SPD und viele hiesige Ortsgruppen als Initiatoren machen darauf ihre Haltung zur geplanten Stromtrasse Südlink deutlich. An der Europa-Kreuzung in Bad Langensalza, an der Bundesstraße 247 in der Nähe der Einfahrt zum Gewerbegebiet Trift in Mühlhausen sowie an der Landstraße zwischen Mühlhausen und Eisenach, am Abzweig Oberdorla, wurden die Spruchbänder angebracht.

Das Thema gerate in Vergessenheit, erklärt Landrat Harald Zanker (SPD). Vor einem Jahr waren die Pläne des Netzbetreibers Tennet bekannt geworden, die erdverkabelte Gleichstromtrasse durch den Unstrut-Hainich-Kreis bauen zu wollen. Das Milliarden-Projekt soll 2025 realisiert sein.

Für die Sozialdemokraten ist klar, das von der Bundesregierung auferlegte Gebot der Geradlinigkeit beim Trassenverlauf müsse eingehalten werden. Das hatte auch die Thüringer Landesregierung erklärt und dem Netzbetreiber Tennet einen Vorschlag für einen Trassenverlauf durch Hessen unterbreitet.

Thüringen sei mit zwei großen Stromtrassen gebeutelt genug, sagt Eberhard Schill (SPD), stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Vogtei. Der Bau einer Stromtrasse dieses Ausmaßes schade dem Tourismus, von dem die wirtschaftsschwache Region abhängig sei. Auch der Landrat ist überzeugt, dass Südlink dem Tourismus zusetzen werde – auf jeden Fall in den etwa zwei Jahren der Bauzeit dieses Mammutprojektes, aber auch langfristig durch die Negativ-Diskussionen, die die Stromautobahn mit sich bringt.

Bundestagskandidat Michael Klostermann (SPD) aus Eisenach sagt, er selbst sei der Ansicht, man müsse Möglichkeiten für eine dezentrale Energiegewinnung ausschöpfen und vorhandene Leitungsnetze ertüchtigen. Wenn die Stromautobahn notwendig sein sollte, dann auf kürzestem Weg. Der führe nicht durch Thüringen.

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