Frieda ist in eine Storchenstation umgezogen

Ruhla  Fast drei Wochen war sie in der Greifenwarte „Am Rennsteig“ bei Ruhla betreut worden. Jetzt soll der Weißstorch lernen, wieder in den Süden zu fliegen

In der Greifenwarte „Am Rennsteig“ nahe Ruhla hatte Weißstorch Frieda ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Foto: Birgit Schellbach

In der Greifenwarte „Am Rennsteig“ nahe Ruhla hatte Weißstorch Frieda ein vorübergehendes Zuhause gefunden. Foto: Birgit Schellbach

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Findling Frieda ist am Mittwoch in die Storchenpflegestation in Wesermarsch/Niedersachsen gebracht worden. Der in Friedrichroda gefundene Weißstorch war zwischenzeitlich in der Greifenwarte „Am Rennsteig“ aufgenommen worden (unsere Zeitung berichtete).

Ortrud Hock, Mitglied der Vogelschutzwarte Loburg in Sachsen-Anhalt und Betreiberin des Weißstorch-Netzwerkes, erklärte sich bereit, das Tier auf eigene Kosten abzuholen und nach Wesermarsch zu bringen. Dort betreibt Udo Hilfers eine Storchenstation. In mehreren Telefonaten, die Falknerfamilie Schubach in Ruhla mit Udo Hilers führte, einigte man sich auf diese Lösung. Dem zutraulichen Vogel, der vermutlich von Menschenhand aufgezogen worden war, fehlt das natürliche Verhalten, das bei einem Weißstorch derzeit Reiselust gen Süden verspüren lässt. Passanten war der Storch am 7. Oktober hinter einem Einkaufsmarkt in Friedrichroda aufgefallen, weil er nicht weggeflogen, sondern zutraulich auf Menschen zugelaufen ist in der Hoffnung, von diesen Futter zu bekommen.

Familie Schubach nahm Frieda auf und recherchierte zu deren Vergangenheit, die mehrere Stationen in Sachsen-Anhalt und Thüringen beinhaltete. In Niedersachsen will Udo Hilfers Frieda jetzt unter seinen Pflegekindern – eine Storchengruppe mit Tieren, die nicht mehr fliegen können – leben lassen, bis er Anzeichen bemerkt, dass der Vogel wieder in die freie Natur ausgesetzt werden kann. Das könne ein, aber auch mehrere Jahre lang dauern.

Die Falkner aus Ruhla sind froh, eine Lösung gefunden zu haben. Nirgendwo anders hatten sie Unterstützung erhalten können, da weder der Vogelschutzwarte in Seebach noch der zuständigen Naturschutzbehörde geeignete Pflegemöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Und in der Greifenwarte hätte der Storch auch nicht auf Dauer optimal versorgt werden können. Nun hoffen alle Beteiligten, dass sich Frieda, die sich erst einmal in Quarantäne begeben wird, in der neuen Umgebung schnell einleben kann.