Grünes Band Eichsfeld-Werratal: Waldbesitzer machen nicht mit

Das Naturschutzgroßprojekt "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" zwischen Harz und Thüringer Wald steht zusehends auf der Kippe. Den heftigsten Protesten von privaten Waldbesitzern verschiedener ehemaliger Grenzgebietsregionen des gegen die geplante Ausdehnung der Projektkulisse stellte sich sich am späten Donnerstagnachmittag Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) in Wintzingerode.

Sie wollen nicht: Eichsfelder Waldbesitzer und Landwirte bringen in Wintzingerode bei Diskussionsveranstaltung, zu der Minister Jürgen Reinholz eingeladen hat, ihren Protest gegen das Naturschutz-Großprojekt "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" zum Ausdruck. Foto: Jürgen Backhaus

Sie wollen nicht: Eichsfelder Waldbesitzer und Landwirte bringen in Wintzingerode bei Diskussionsveranstaltung, zu der Minister Jürgen Reinholz eingeladen hat, ihren Protest gegen das Naturschutz-Großprojekt "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" zum Ausdruck. Foto: Jürgen Backhaus

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Wintzingerode. Die betroffenen Waldgebiete des Landkreises Eichsfeld erstrecken sich vom Ohmgebirge bis zum Dreiländereck bei Arenshausen.

Zu der Veranstaltung am Donnerstag hatte er über den Waldbesitzerverband eingeladen. Reinholz, der auch Experten aus seinem Ministerium mitgebracht hatte, fand allerdings kein Gehör mit seiner mehrfach wiederholten Beteuerung, dass nicht am Prinzip der Freiwilligkeit gerüttelt und schon gar nichts passieren werde, was nur annähernd mit einer erneuten Enteignung zu tun haben könnte.

Die Waldbesitzer erneuerten ihre schon mit Protestbriefen und Unterschriftensammlungen bekundete Forderung, das Naturschutz-Projektgebiet auf das den eigentlichen ehemaligen Grenzstreifen zu begrenzen und auf die weiter ins Land reichenden Biotopverbünde zu verzichten.

Im Verlauf der sehr emotional geführten Debatte mit etwa 160 Teilnehmern wurde aber zunehmend verlangt, das gesamte Projekt fallen zu lassen, wenn statt der avisierten 9500 Hektar nur etwa die Hälfte oder noch weniger an den Naturschutz abgetreten werden. In einer Kernzone soll es vermutlich überhaupt keine Waldnutzung mehr geben - Reizwort "Urwald".

Nach Gesprächen mit möglichst vielen Eigentümern wird vermutlich im Februar nächsten Jahres auf Bundesebene entschieden, ob das erste derartige länderübergreifende Naturschutzgroßprojekt überhaupt noch oder in welchem Umfang umgesetzt werden soll.

Nach der Bewilligung von Projektmitteln des Bundes und der drei Anrainer-Bundesländer Thüringen, Niedersachsen und Hessen im Jahr 2009 steckt das von der im niedersächsischen Eichsfeldteil ansässigen Heinz-Sielmann-Stiftung betreute Projekt noch in der Vorbereitungsphase. Die zur Verfügung stehenden 12,5 Millionen Euro kommen größtenteils vom Bund, zu kleinen Anteilen von den drei Ländern und auch von der Stiftung selbst.

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