Schnitzeljagden und Motocross schädigen Wald in Thüringen

Das Thüringer Forstministerium beklagt "zunehmende Schäden durch den Extremtourismus im Wald". Freizeitvergnügen wie etwa das Geocaching habe Auswirkungen, die den Besuchern oftmals gar nicht bewusst würden.

Erfurt. Beim Geocaching handelt es sich um eine Art elektronischer Schnitzeljagd, die sich nicht am bestehenden Wegenetz, sondern an den zur Erde gefunkten Positionsdaten von Satelliten orientiert. Die Schatzsucher werden dadurch gezwungen, querfeldein zu laufen.

Auch die verbotenen Motocrosstouren durch die offene Landschaft haben empfindliche Folgen für den Tierbestand. Für das Wild etwa könnten solche Störungen gerade in der Winterszeit tödlich enden. Der Stoffwechsel der Tiere sei in diesen Tagen auf einen Energiesparmodus umgestellt, informiert die Forstverwaltung. Häufige Störungen und Fluchten lassen die Fettreserven des Wilds abschmelzen. Es drohe der Hungertod.

Auch Fledermäuse können in ihrem Winterschlaf aufgeschreckt werden, sobald Waldbesucher die Waldwege verlassen, hieß es weiter.

Der Thüringer Forst versucht seit Jahren und in Abstimmung mit den Fremdenverkehrsgesellschaften, den Tourismus mit einem Rückbau von Waldwegen aus landschaftlich sensiblen Gebieten fernzuhalten. "Die Ausdünnung des Netzes schont die Umwelt und die Finanzen derjenigen, die diese Wege unterhalten müssen", sagte Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz (CDU).

Dennoch komme es immer noch viel zu häufig vor, dass Besucher in Thüringer Wäldern die ausgeschilderten Wege verlassen.

Laut Waldgesetz habe jeder Waldbesucher "sich so zu verhalten, dass der Wald nicht beschädigt, seine Bewirtschaftung sowie die Lebensgemeinschaft nicht gestört und die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird", betonte Jürgen Reinholz.

Was ist eigentlich Geocaching? Und wozu?
Zu den Kommentaren