Planänderung: Thüringer Wolfshybriden sollen doch getötet werden

Ohrdruf.  Umweltministerium korrigiert Ursprungsplan. Das Rudel der Ohrdrufer Wölfin schlägt alle Riss-Rekorde.

Die 2019 geborenen Wolfshybriden ließen sich bisher nicht lebend einfangen. (Symbolbild)

Die 2019 geborenen Wolfshybriden ließen sich bisher nicht lebend einfangen. (Symbolbild)

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Das Thüringer Umweltministerium will die fünf jungen Ohrdrufer Wolfshybriden jetzt doch töten lassen.

Es ist damit von seinem Ursprungsplan abgerückt, die Hund-Wolf-Mischlinge einzufangen, um sie im Bärenpark Worbis unterzubringen, der zu diesem Zweck für 76.403 Euro umgebaut wurde.

„Ein Antrag auf letale Entnahme der 2019 geborenen Wolf-Hund-Hybriden wurde von der oberen Naturschutzbehörde positiv beschieden“, teilte das Ministerium unserer Zeitung auf Anfrage mit. Die rechtliche Grundlage einer Tötung finde sich Bundesnaturschutzgesetz. „Sie dient dem Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen.“

Tiere ließen sich nicht fangen

Mit anderen Worten: Sie dient der genetischen Reinerhaltung der Tierart Wolf. Die metergroßen Kastenfallen aus Stahlstäben, mit denen die Hybriden bei Ohrdruf lebend gefangen werden können, haben ihren Zweck nicht erfüllt. Die Tiere sind ganz offensichtlich zu intelligent und zu misstrauisch. Es ist von Beispielen die Rede, in denen die Raubtiere das in der Falle ausgelegte Rehfleisch verschmähten und stattdessen wenige Meter entfernt Wildschweine rissen.

Auf dem nahen Hochsitz hörte man die hellen Schreie junger Schweine. Nur ein einziges Mal hat sich einer der im Mai geborenen Hybriden in das Innere einer Kastenfalle gewagt, doch da habe man das Tier nicht einfangen können. „Dies fand in der Phase statt, in der die Falle nicht fängisch gestellt war, um die Gewöhnung nicht zu gefährden“, teilte das Ministerium mit.

Rudel mit meisten Nutztierrissen in Deutschland

Grundsätzlich gelte jedoch: „Sobald sich ein Hybrid in der Falle befindet, soll diese ausgelöst werden. „Das Rudel der Ohrdrufer Wölfin GW267f, dem sich im Sommer ein junger Wolfsrüde zugesellt hat, schlägt alle Rissrekorde. Rund um Ohrdruf wurden in diesem Jahr 130 Schafe und Ziegen gerissen, dazu mehrere Fohlen und vermutlich ein ausgewachsenes Pferd mit Bissspuren auf dem Rücken, das letztlich an einem Herzinfarkt starb.

Im bisherigen Rekordjahr 2017 wurden in den Landkreisen Ilm-Kreis und Gotha, über die sich das Revier der Wölfin erstreckt, 82 Schafe und Ziegen von Wölfen gerissen. Schon damit avancierte GW267f zu dem Raubtier mit den meisten Nutztierrissen in Deutschland.

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