Sechs Bäume am Johannisplatz in Jena müssen verschwinden

Jena  „Es ist eine traurige Entwicklung!“ – So hat gestern Bündnisgrünen-Stadtrat Heiko Knopf beim Redaktionsbesuch die Grünplanung zur Tiefbausanierung des Großraums Wagnergasse-Johannisplatz bewertet.

Der Johannisplatz in Jena. Foto: Frank Döbert

Foto: zgt

In seiner Fraktion werde es als höchst bedauerlich betrachtet, dass nach anderthalb Jahren der Diskussion in den Gremien, mit dem Kommunalservice KSJ und Anwohnern nun sechs Bäume am Johannisplatz verschwinden sollen. Zudem seien die Linde am Irish Pub und die Linde an der Nordseite „nicht dringend in dem Stadium, dass man fällen muss“. Heiko Knopf hofft, „dass ordentlich große Bäume“ nachgepflanzt werden. „Es ist einer der schönsten Plätze von Jena; da nicht eine Steinwüste draus werden.“ Die Grünen setzten nun auf Ergänzungen wie Hochbeete der Initiative „Essbare Stadt“ und auf Kübelbepflanzungen.

Knopfs Fraktionskollege und Zentrum-Ortsteilbürgermeister Kristian Philler gab gestern den „Realo“: Es sei eben ein Erkenntnisprozess bis zur Überzeugung gewesen, dass jene Bäume nicht zu retten waren. Nach dem von der Stadt eingeholten externen Gutachten gelte für die beiden von Knopf genannten Bäume, dass sie auch ohne den anstehenden grundhaften Straßenausbau in fünf bis sieben Jahren ans Lebenslimit gelangt wären. Ebenso dürfe man die Baum-Diskussion nicht trennen zum Beispiel von der überfälligen Sanierung der Abwasserkanäle. „So eine Baustelle ist ein Hobel und kein feines Instrument.“ Wenn auch drei Altbäume stehen bleiben, so bleibe gewiss zu konstatieren: „Die grüne Seele hat hier verloren; der grüne Realist muss es hinnehmen.“

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