Hermsdorf. Was jetzt seitens des Landesverwaltungsamtes Thüringen im Saale-Holzland geplant ist.

Die unhaltbaren Zustände in der Flüchtlingsunterkunft in Hermsdorf könnten ein Ende haben: „Wir werden versuchen, diese Außenstelle sukzessive in den nächsten Monaten leerzuziehen, wenn es das Ankunftsgeschehen und die Verteilung in die Kommunen zulassen“, sagt Tanja Neubauer, Sprecherin des zuständigen Thüringer Landesverwaltungsamtes auf Nachfrage unserer Redaktion. Ein genauer Termin für dieses Vorhaben stehe ihr zufolge allerdings noch nicht fest.

Saale-Holzland: 534 Flüchtlinge sind derzeit in Hermsdorf untergebracht

Mit Stand vom 31. Januar 2024 sind 534 Flüchtlinge in Hermsdorf untergebracht. Wenn alle dort derzeit lebenden Menschen ausgezogen sind, bleibe Hermsdorf „Notquartier im Falle eines unvorhersehbaren starken Ankunftsgeschehens“, heißt es aus dem Landesverwaltungsamt.

Als reines Notquartier mit Minimalbelegung und einer Aufenthaltsdauer von etwa drei bis vier Tagen war die Halle in Hermsdorf ursprünglich gedacht. Hauptsächlich, um die überfüllte Erstaufnahmestelle des Landes in Suhl zu entlasten und ankommende ukrainische Kriegsgeflüchtete vor der Verteilung in die Kommunen aufzunehmen. Doch es kam anders.

Mitte Dezember 2022 eröffnet, ist die ehemalige Industriehalle bis heute mit Hunderten von geflüchteten Menschen belegt. Wegen unhaltbarer Zustände, unter anderem hygienischer und medizinischer Art, gerät die Flüchtlingsunterkunft bis heute in die Kritik.

Eine hohe Belegung einer ehemaligen Industriehalle wie Hermsdorf ist immer mit Problemen verbunden.
Tanja Neubauer - Sprecherin des Thüringer Landesverwaltungsamtes

„Eine hohe Belegung einer ehemaligen Industriehalle wie Hermsdorf ist immer mit Problemen verbunden. So gibt es dort kaum Beschäftigungsmöglichkeiten, was bei einem längeren Aufenthalt zu Problemen führen kann. Hinzu kommt, dass dort nur allein reisende Männer aus verschiedenen Nationen untergebracht sind, was das Konfliktpotenzial zusätzlich erhöht“, sagt die Sprecherin des Landesverwaltungsamtes.

„Die Leerung“ in Hermsdorf solle in den nächsten Monaten primär durch Verteilung in die Kommunen erfolgen, weniger durch eine Umverteilung nach Gera. „Das wäre allenfalls als Notlösung angedacht“, heißt es aus dem Landesverwaltungsamt.

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Hintergrund: Die Landkreise und kreisfreien Städte sind jeweils mit einer bestimmten Quote zur Aufnahme der Asylbewerber verpflichtet. Derzeit wird vorwiegend aus Suhl heraus in die Kommunen verteilt. Die Verteilung erfolge nach einem vorher bekanntgegebenen Sechs-Wochen-Plan. „Das waren im Bereich Asylbewerber in der vergangenen Woche zum Beispiel etwa 150 Personen.“

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Künftig würde man freie Plätze in den Kommunen auch dazu nutzen, um aus Hermsdorf in die Kommunen zu verteilen. Vereinzelt passiere dies jetzt bereits. Wo genau die Unterbringung vor Ort stattfindet, obliege der Entscheidung der Kommunen. Generell seien die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes nach wie vor sehr stark belegt, informiert die Sprecherin.