Biathlon WM: Traditionell in deutscher Hand

Antholz.  Die deutschen Biathleten hoffen am Donnerstag in der Mixedstaffel auf einen erfolgreichen WM-Auftakt in Antholz. Aus einem guten Grund.

Denise Herrmann beim Training in Antholz.

Denise Herrmann beim Training in Antholz.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

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Als würden sie Spalier stehen, begrüßen die Fahnen-Masten der 40 teilnehmenden Nationen die WM-Gäste in Antholz Mittertal. Und selbst Denise Herrmann staunt: „Das Feld ist in den letzten Jahren immer breiter geworden, die Weltspitze immer enger zusammengerückt.“ Für die Mixedstaffel zum Auftakt an diesem Donnerstag (14.45 Uhr/ZDF, Eurosport) haben 27 Mannschaften gemeldet. Das deutsche Team mit seiner neuen Frontfrau sowie Franziska Preuß, Arnd Peiffer und Benedikt Doll gehört nicht nur wegen des WM-Silbers vor einem Jahr in Östersund zu den Favoriten.

„Wenn jeder Einzelne von uns seine Leistung abruft, haben wir eine Riesenchance auf eine Medaille“, ist Herrmann überzeugt. Sie hofft auf einen „positiven Einstieg“ in die Titelkämpfe. Das würde dem gesamten Team helfen, „in einen Flow zu kommen“. Selbst ist die Sächsin voller Zuversicht: Die Generalprobe in Pokljuka verlief mit ihrem Einzel-Triumph glänzend, bei der Vorbereitung auf der Seiser Alm und in Ridnaun fand sie bestmögliche Bedingungen vor – und die Strecken in Antholz gefallen ihr seit jeher: „Ich mag die zähen Anstiege, und dass man hier immer arbeiten muss.“

„Teamgeist spielt im Mixed eine besondere Rolle“

Die gemischten Rennen haben vor allem für Herrmann einen besonderen Reiz: „Das kenne ich ja aus dem Langlauf gar nicht“, verrät die Umsteigerin und ergänzt: „Im Mixed spielt der Teamgeist noch einmal eine besondere Rolle.“ Die Deutschen scheint dies zu beflügeln. Seit der ersten Austragung der Disziplin im Jahr 2005 standen sie in acht von elf WM-Rennen auf dem Treppchen. Vor drei Jahren sprang in Hochfilzen gar Gold heraus.

Es spricht vieles dafür, dass diese Erfolgsgeschichte in Antholz fortgesetzt wird. Das Biathlon-Mekka in den Dolomiten ist traditionell ein gutes WM-Pflaster für die deutschen Skijäger. 2007 räumten sie elf Medaillen ab; allen voran Magdalena Neuner mit drei Goldenen. Aber auch Andrea Henkel und Michael Greis sowie die Frauen-Staffel (Martina Glagow, Henkel, Neuner, Kati Wilhelm) krönten sich unter dem schwarz-rot-goldenen Jubel zu Weltmeistern.

Tausende deutsche Fans sorgen für Heimspiel-Atmosphäre

1995 war es Uschi Disl, die dank ihrer Laufstärke mit zwei Einzelmedaillen dominiert hatte. Zudem führte sie die Frauen-Staffel (Disl, Antje Harvey, Simone Greiner-Petter-Memm, Petra Behle) zum Titel. Auch die Männer-Riege war damals in der Besetzung Ricco Groß, Mark Kirchner, Frank Luck und Sven Fischer nicht zu schlagen. Und 1983 war ein gewisser Frank Ullrich mit Gold und Silber zum erfolgreichsten WM-Teilnehmer avanciert.

An Unterstützung wird es den aktuellen Hoffnungsträgern nicht mangeln. Tausende deutsche Fans dürften im Stadion und an der Strecke für Heimspiel-Atmosphäre sorgen. Denise Herrmann freut sich auf die Stimmung und die damit verbundene Herausforderung: „Wenn man einmal Weltmeister war, will man das wieder schaffen; ohne dass ich mir den ganz großen Druck mache.“

In der Mixedstaffel kommt es ja auch noch auf drei andere an.

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