Hund-Wolfs-Hybrid abgeschossen – Wölfin von Ohrdruf soll eingefangen werden

Ohrdruf  Das Umweltministerium bestätigt den Abschuss des vermutlich letzten Wolf-Hund-Mischlings. Die erste Wolfsattacke auf ein Pferd in Thüringen ist zudem nun amtlich.

Mindestens vier der sechs Wolfsmischlinge, die die Wölfin von Ohrdruf im Frühjahr 2017 warf, sind tot. Symbol-

Mindestens vier der sechs Wolfsmischlinge, die die Wölfin von Ohrdruf im Frühjahr 2017 warf, sind tot. Symbol-

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Kurz vor seinem zweiten Geburtstag wurde der seit Monaten intensiv bejagte Wolfsmischling an diesem Wochenende erschossen. Das Umweltministerium bestätigte am Montag, dass „in der Region Ohrdruf ein männlicher Hund-Wolfs-Hybrid geschossen“ wurde. „Zum Schutz der Privatsphäre bittet das Umweltministerium um Verständnis dafür, dass keine Details zu den ausführenden Personen des Abschusses genannt werden“, teilte Ressortsprecher Tom Wetzling mit. Das Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz als obere Naturschutzbehörde habe die Genehmigung für den Abschuss erteilt. Tot sind damit mindestens vier der sechs Mischlinge, die die Wölfin von Ohrdruf im Frühjahr 2017 warf. Drei Tiere wurden bereits Anfang 2018 geschossen. Unklar ist das Schicksal der übrigen Jungtiere. Aus Jägerkreisen gibt es immer wieder Hinweise auf Sichtungen. Beweise für deren Existenz gibt es jedoch nicht.

Wölfin von Ohrdruf lebend fangen

Unvermindert fortgesetzt werden die Versuche, die sieben Jahre alte Wölfin von Ohrdruf lebend zu fangen. Dabei soll die Wölfin einen Sender erhalten, um anschließend ihren Aktivitätsradius erforschen zu können.

Die Besenderung böte einen weiteren Vorteil: Falls die Wölfin erneut von einem Hund oder ihrem nun erschossenen Mischlingssohn begattet worden sein sollte, könnte sie lokalisiert und der Mischlingswurf entfernt werden. Im Bärenpark Worbis könnten die Mischlinge in Gefangenschaft gehalten werden. Der Park wurde für diesen Zweck bereits umgebaut und mit Spezialzäunen verstärkt.

Amtlich bestätigt ist nun auch, dass es die Wölfin von Ohrdruf war, die am 19. März in Liebenstein bei Gotha ein Fohlen riss. Es war die erste Wolfsattacke auf ein Pferd in Thüringen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Präsident des Thüringer Jagdverbandes: „Wir brauchen ein Wolfsmanagement“

Wolfssichtung in Ostthüringen bestätigt: Stausee-Wolf ist amtlich

Zur interaktiven Wolfskarte (Stand: Anfang Dezember 2018)

Mehr zum Thema in unserem Dossier „Der Wolf in Thüringen“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.