Thüringer Agrarverbände fordern Tötung der Ohrdrufer Wölfin

Erfurt  Thüringer Agrarverbände fordern in einem Antrag an Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) die Tötung der Ohrdrufer Wölfin. Zusätzliche Schutzmaßnahmen gegen das Tier seien den Schäfern „nicht zuzumuten“.

Im Frühjahr 2019 hat die Wölfin wenigstens drei Mischlingswelpen geboren, die sich an der Nutztierjagd inzwischen beteiligen. (Symbolbild)

Im Frühjahr 2019 hat die Wölfin wenigstens drei Mischlingswelpen geboren, die sich an der Nutztierjagd inzwischen beteiligen. (Symbolbild)

Foto: Lino Mirgeler/dpa

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Die führenden Agrarverbände in Thüringen fordern in einem Antrag an Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) die Tötung der Ohrdrufer Wölfin. Das Raubtier habe 2019 höchstwahrscheinlich 24 Mal Fohlen, Kälber, Schafe und Ziegen angegriffen und dabei fast immer angeblich wolfssichere Zäune überwunden. GW 267f sei ein „Problemwolf“, der sich auf die Jagd von Nutztieren spezialisiert habe, heißt es in dem „Antrag auf Entnahme“, der an diesem Freitag eingereicht werde, wie Anne Byrenheid vom Landesbauernverband unserer Zeitung sagte. Problematisch sei auch, dass die Wölfin ihre Jagdtechnik an den Nachwuchs weitergebe.

Im Frühjahr 2019 hat die Wölfin wenigstens drei Mischlingswelpen geboren, die sich an der Nutztierjagd inzwischen beteiligen. Landesbauernband, Schafzuchtverband und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbezirksinhaber befürchten eine Wiederholung der Situation von 2017. Damals hatte die Wölfin sechs Hybriden geboren und war das Raubtier mit den meisten Nutztierrissen in Deutschland. Die Verbände beklagen eine „besorgniserregende nicht länger zu tolerierende Entwicklung für die Weidetierhalter“ und erklären, zusätzliche Schutzmaßnahme gegen den Wolf seien den Schäfern „nicht zuzumuten“.

Ministerin Siegesmund stuft die Ohrdrufer Wölfin „bisher nicht“ als „auffälligen Wolf“ ein. Für GW 267f sei „bisher nicht nachgewiesen“ worden, dass sie „mehrfach den wirtschaftlich zumutbaren optimalen Herdenschutz (zum Beispiel ein mindestens 1,2 Meter hoher elektrifizierter Zaun) überwunden und die eingezäunten Nutztiere gerissen oder verletzt“ habe.

Genetisch eindeutig nachgewiesen wurde die Wölfin bei drei Rissen im Jahr 2018 sowie dem Riss am 30. Juni 2019 bei Espenfeld. Für 14 weitere Wolfsrisse rund um Ohrdruf im Juli 2019 stehen die Ergebnisse der DNA-Tests noch aus.

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