Giaccherino. Dramatische Szenen in der Toskana. Bei einer Hochzeitsparty stürzte der Fußboden ein. Mehr als 100 Rettungskräfte waren im Einsatz.

Dieser Tag sollte der schönste in ihrem Leben werden — und wird zum Alptraum. Während das junge italienische Paar sich mit seinen Gästen auf dem Tanzboden dreht, geschieht das Unglück: Plötzlich bricht der Fußboden eines ehemaligen Franziskanerklosters in Italien ein. Das Brautpaar und viele der Gäste stürzen ins Erdgeschoss, dem ehemaligen Refektorium. Einige fallen vier Meter tief. „Ich bin geschockt, es hätte ein Blutbad werden können“, berichtet der Vater des Bräutigams.

Für alle 150 Gäste war es ein Schock, berichten die Rettungskräfte. Dabei hatten sie sich doch alle so auf die Feier gefreut, die am Samstag in dem zum Veranstaltungslokal umfunktionierten Ex-Kloster aus dem 15. Jahrhundert in Giaccherino unweit der toskanischen Stadt Pistoia stattfand.

Italien: Horror-Szenen auf Hochzeit – Auch Kinder unter den Verletzten

Glücklicherweise kamen viele mit dem Schrecken davon. Aber 64 Personen erlitten Verletzungen, so die Behörden. Fünf von ihnen befinden sich in ernstem Zustand und müssen im Krankenhaus behandelt werden. Sie seien jedoch außer Lebensgefahr, heißt es.

Zu den Verletzten zählen auch einige Kinder und das frisch vermählte Paar, das ebenfalls in eine Klinik in Pistoia gebracht wurde. Der Zustand des Brautpaares sei allerdings nicht besorgniserregend, berichteten die Ärzte.

Die Berichte der Augenzeugen muten dramatisch an: „Es war die Hölle: Plötzlich haben wir einen Riesenlärm und verzweifelte Schreie gehört. Wegen des Staubes konnten wir nicht sofort sehen, was passiert ist. Die Bilanz des Unglücks hätte aber dennoch viel schlimmer sein können“, berichtet Genny C., eine Kellnerin des von den Brautleuten angeheuerten Catering-Dienstes. Sie wünsche den Betroffenen gute Genesung und beste Gesundheit.

Nach dem Drama im Ex-Kloster mussten Gäste stundenlang in der Kälte ausharren

Mehr als 100 Rettungskräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz waren am Unglücksort im Einsatz. Die meisten Gäste kamen aus dem benachbarten Florenz und Umgebung und hatten das elegante Bauwerk aus dem frühen 15. Jahrhundert, das heute für Veranstaltungen genutzt wird, für ihre Hochzeit ausgewählt.

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Zahlreiche Gäste hielten sich nach dem Unglück stundenlang in der Kälte im Garten des Ex-Klosters auf und warteten darauf, in Sicherheit gebracht zu werden. Sie wurden mit Wärmedecken versorgt. Um den Krankenwagen den Weg zu erleichtern, wurde eine Zufahrtsstraße zum ehemaligen Kloster gesperrt.

Wie konnte es zum Unglück im Event-Kloster kommen?

Das Brautpaar, der 26-jährige Ingenieur Paolo Mugnaini und die gleichaltrige Valeria Ybarra, werden die Bilder des Schreckens wohl nie vergessen. Es hätte doch der schönste Tag in ihrem Leben werden sollen: Monatelang hatte das Paar die Party organisiert, um ihre Liebe zu krönen. Das ehemalige Franziskanerkloster mit den Namen „Convento di Giaccherino“, das 2005 verkauft wurde, ist bei Hochzeitspaaren äußerst beliebt. Aber auch andere Festlichkeit, nicht nur Feiern zur geschlossenen Ehe, wie Jubiläen oder geschäftliche Events finden dort statt.

Auch weil es sich bei dem ehemaligen Kloster um eine so beliebte Event-Gaststätte handelt, ist die Betroffenheit besonders groß. Die große Frage ist: Hatte das Gebäude bereits Statikprobleme? Und warum wurden diese Mängel nicht bemerkt?

Paolo und die aus den USA stammende Valeria sind schon seit einigen Jahren ein Paar. Mehrere Angehörige der Braut waren aus Houston nach Florenz geflogen, um an der Hochzeit teilzunehmen. Auch mehrere Studienkollegen des Bräutigams waren bei der Party anwesend.

„Es hätte zu einer schrecklichen Tragödie kommen können. Zum Glück ist niemand tödlich verletzt worden. Ich danke jedem einzelnen der Retter und dem medizinischen Personal für die Rettungsmaßnahmen und die großartige Teamarbeit unserer Krankenhäuser und unseres Personals“, schrieb der Präsident der Region Toskana, Eugenio Giani, in den sozialen Medien. Allerdings werden viele Gäste nach dem Ereignis traumatisiert sein und psychologische Hilfe benötigen.