Schmölln/Ronneburg. Landwirte fordern weniger Bürokratie und faire Preise: Bauern im Altenburger Land setzen ab Mittwoch ihre Proteste fort.

  • Bauern und Agrarbetriebe setzen ihren Kampf fort.
  • Autobahn 4 in Schmölln und Ronneburg dicht.
  • Frust in der Branche seit Anfang Januar gewachsen.

Die Bauernproteste gehen in ihre nächste Runde, auch das Altenburger Land ist betroffen. Nachdem es nach der Aktionswoche vom 8. bis 14. Januar ruhiger geworden war, starten die Bauern ab Mittwoch, 31. Januar, wieder voll durch. Thüringenweit und auch im Altenburger Land.

Autobahnen in ganz Thüringen sollen lahmgelegt werden

„Wir wollen thüringenweit die Autobahnen vier und neun lahmlegen“, umreißt der hiesige Kreisbauernchef Tom Bauch das für Thüringen ausgerufene Ziel. Im Boot säßen viele Landwirte und Agrarbetriebe im Freistaat. Auch die Protestbereitschaft im Altenburger Land ist laut Bauch hoch.

Kein Auf- und Abfahren an der A4 in Schmölln und Ronneburg

Ab Mittwochmorgen, 5 Uhr werden die A-4-Zufahrten in Schmölln und Ronneburg blockiert, der Protest soll bis 14 Uhr andauern. Niemand soll auf- oder abfahren können, hieß es gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Wie viele Bauern und Agrarbetriebe im Altenburger Land sich an der neuerlichen Blockade-Aktion beteiligen werden, vermochte Tom Bauch am Vortag nicht zu sagen.

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Aber er ist optimistisch, dass das Vorhaben gelingt. Zum einen, weil es nicht viele Traktoren braucht, um so eine Zufahrt unpassierbar zu machen. Zum anderen, weil der Frust der Landwirte seit Ende der ersten Protestwoche eher noch gewachsen ist. Weil: „Es hat sich ja wirklich nichts bewegt seitdem, nichts tut sich im Bundestag“, fasst Tom Bauch zusammen. Es sei schon bemerkenswert, wie sehr die Parteien der Ampel-Regierung die Bauern, ihre Sorgen und ihren Protest ignorieren. Lediglich die Opposition im Bundestag habe sich zu den Landwirten und ihren Forderungen bekannt: „CDU, CSU und AfD“, zählt der hiesige Kreisbauernchef auf.

Ich fühle mich sowas von nicht wahrgenommen von den Parteien der Ampelregierung.
Tom Bauch, Chef des Kreisbauernverbandes im Altenburger Land

„Ich fühle mich sowas von nicht wahrgenommen“, macht Bauch aus seinem Ärger keinen Hehl. Er befürchtet, dass durch dieses Verhalten die Wut in der Branche nur noch wächst und das Geschehen bald entgleiten könnte. „Da brauchen wir doch nur mal nach Frankreich zu schauen. Die Bauern dort gehen ganz anders vor als wir.“

Kreisbauernchef rechnet mit Großhandelsketten ab

Ob die dreitägige Blockade des Netto-Zentrallagers in Guteborn in der vergangenen Woche den Zielen der Bauern im Altenburger Land geholfen hat? Durchgeführt worden war diese mehrtägige Aktion überwiegend von Landwirten, Spediteuren und Handwerkern aus Sachsen. „Ich kann das nicht genau sagen. Aber eigentlich war der Protestort genau der richtige für unsere Anliegen“, sagt Bauch. Denn bekanntlich läge die Preisgestaltung für landwirtschaftliche Erzeugnisse in den Händen von nur vier großen Handelsketten in Deutschland. „Und die haben einen ganz großen Anteil an der Misere in unserer Branche“, führt Tom Bauch weiter aus. „Sie bestimmen die Preise, die sind zu niedrig für unsere Arbeit und deshalb sind wir auf Subventionen und Vergünstigungen bei Diesel und Kfz-Steuer angewiesen. Obwohl wir das gar nicht wollen.“

Warum dann also nicht vor Lidl und Co. demonstrieren, statt an den Zu- und Abfahrten der Autobahn 4 im Altenburger Land? „Es liefen ja bereits Aktionen, beispielsweise vor dem Lidl-Zentrallager in Gera-Leumnitz“, erläutert Bauch.

Aktuelle Nachrichten aus dem Altenburger Land

Nach Mittwoch sind im Altenburger Land noch einige Mahnfeuer geplant, die größte Aktion der Thüringer Bauern findet derweil in Erfurt statt. Bis Freitag wollen Landwirte dort vor dem Thüringer Landtag ausharren, um gegen ausufernde Bürokratie zu protestieren. „Einige von uns aus dem Altenburger Land fahren da auch hin“, so Tom Bauch abschließend.