Großstechau/ Altenburger Land. In einer Grundschule im Altenburger Land wird nun auf Gemüsevielfalt gesetzt. Was die Schulkinder in Großstechau jetzt lernen sollen.

Wer, vor allem von der jüngeren Generation, kennt das Gemüse Pak Choi oder weiß, wie man Fenchel zubereitet? Viele Kinder im Altenburger Land, und auch viele Erwachsene, kennen exotische Gemüsesorten gar nicht oder haben selbst noch nie Gemüse gepflanzt.

In einer Grundschule im Altenburger Land wird nun geackert

Das möchte Michelle Beyer, Lehrerin an der Grundschule in Großstechau, gern ab sofort ändern. Durch eine Werbung auf Instagram wurde sie auf die „Ackerdemie“ aufmerksam. Acker e.V. arbeitet für mehr Wertschätzung von Natur und Lebensmitteln. Stellvertretend für das Team war am Mittwoch Acker-Coach Heidelinde Wutzler vor Ort. In diesem Kennenlerntermin sollte das Lehrer-Team aus Großstechau das Projekt und die Ziele besser kennenlernen und verstehen. In darauffolgenden Terminen werden dann auch die Schulkinder, von der ersten bis zur vierten Klasse, aktiv einbezogen.

Jede Schulklasse pflanzt in Großstechau Gemüse

„Die Kinder sollen bei dem Projekt die Entstehung von Pflanzen von Anfang an mitbekommen. Wir wohnen ja hier auf dem Land und da gehört das auf jeden Fall mit dazu, finde ich“, meint Hortleiterin Undine Zander, die im Fach Schulgarten unterrichtet. „Es wird nur Gemüse angepflanzt. Mit der vierten Klasse habe ich beispielsweise schon Tomaten vorgezogen.“

So erhalte jede Klassenstufe ihr eigenes Verantwortungsgebiet auf dem Acker der Grundschule. „Den Schulgarten bauen wir gerade komplett neu auf. So gibt es unter anderem fünf neue Hochbeete, die die Kinder bereits verfüllt haben“, informiert Undine Zander. Die zentrale Frage sei dabei, wie man mit den vielfältigen Gemüsesorten weiterarbeiten kann. Dies solle den Schulkindern durch das Projekt nahe gebracht werden. Und vor allem solle die Artenvielfalt aufgezeigt werden.

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Ernte aus dem Altenburger Land geht in den Verkauf

Michelle Beyer, die ebenfalls Schulgartenunterricht gibt, meint dazu: „Für jede Jahreszeit haben wir passendes Gemüse geplant. Uns ist es wichtig, Vielfalt aufzuzeigen. Bunte Beete, Mangold, Fenchel, Pak Choi oder bunte Kartoffelsorten, sowas kennen viele Kinder gar nicht mehr.“ Auch im Unterricht solle das Thema „gesunde Ernährung“ eine Rolle spielen und auch die Gemüse verkostet und einbezogen werden. „Auch bei Elternabenden oder bei Basaren verkaufen wir unsere Ernte dann ganz stolz“, heißt es.

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Heidelinde Wutzler aus Frohburg ist bereits seit fünf Jahren Acker-Coach. „In meiner Arbeit stehen Nachhaltigkeit im Umgang mit der Natur, regionale Kreisläufe, der bewusste Umgang mit Lebensmitteln sowie die Förderung von eigenverantwortlichem Handeln im Fokus. Ich bin Agraringenieurin, ausgebildete Bauernhofpädagogin und absolviere derzeit ein Studium zur Natur- und Umweltpädagogin“, sagt sie über sich selbst. „Mein Anliegen ist es, Kinder dazu zu befähigen, Gemüse selbst anzubauen und dadurch auch den Selbstwert aufzubauen. Und ich möchte aktiv diesem Wegwerftrend entgegensteuern.“

Praktische Tipps zur Gemüsezucht im Altenburger Land

Geplant sind an der Grundschule in Großstechau mehrere Pflanzungen, das Projekt läuft insgesamt vier Jahre und wird gesponsert von der AOK. „Es gibt auch Beete, bei denen man auch drei mal erntet“, informiert die Pflanzen-Expertin.

Acker Coach Heidelinde Wutzler (links) gibt Hortleiterin Undine Zander Tipps für die besten Tomatenpflanzen.
Acker Coach Heidelinde Wutzler (links) gibt Hortleiterin Undine Zander Tipps für die besten Tomatenpflanzen. © Kathleen Niendorf/ OTZ | Kathleen Niendorf

Zu den vorgezogenen Tomaten der vierten Klasse gibt es auch direkt praktische Tipps: „Die Pflanzen brauchen unbedingt Kaffeesatz und müssen lockerer angebunden werden. Zudem ist es im Lagerraum viel zu warm“, erfährt Undine Zander am Mittwoch direkt vom Profi.