Rositz/ Altenburger Land. Naturschutzbeauftragter beobachtet täglich im Altenburger Land die Pflanzen- und Tierwelt. Auf welche seltenen Arten er dabei trifft.

Eine Erdkröte und zwei Grasfrösche, das war die erste eher magere Ausbeute am Krötenzaun in Rositz. Seit einigen Wochen kümmert sich Benno Moller um diesen. Zweimal täglich schaut er nun, ob sich in einem der 24 Eimer am 270 Meter langen Krötenschutzzaun Tiere befinden. „Die kommen noch. Bei steigenden Temperaturen machen sich liebestolle Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern“, weiß Moller.

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Damit die Tiere dabei nicht dem Straßenverkehr zum Opfer fallen, gibt es jetzt auch einen Zaun am Ortsausgang Rositz Richtung Zechau. Für diesen hat die untere Naturschutzbehörde kürzlich einen ehrenamtlichen Betreuer gesucht. „Darauf habe ich mich gemeldet, selbstverständlich“, sagt Moller entschlossen. Dabei ist es längst nicht so, dass der 77-Jährige nichts mit seiner Zeit anzufangen wüsste. Im Gegenteil, Benno Moller gehört in Rositz zu den Engagiertesten und ist bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund.

Naturschutz im Altenburger Land

Kein Wunder – seit seiner Jugend ist er beispielsweise im Sportverein aktiv. Mit Anfang 20 trat er dazu auch dem Karnevalclub Rositz bei und wurde später dessen Präsident. Bis heute ist Moller KCR-Vize- und Ehrenpräsident. Das Leben im Ort gestaltet er 1999 beginnend zudem als Mitglied im Gemeinderat und seit zehn Jahren auch als stellvertretender Bürgermeister mit. „Meine großen Leidenschaften sind dazu die Fotografie und die Natur. Schon als Kind hat mich alles interessiert, was kreucht und fleucht, wächst und gedeiht“, sagt Moller, der deshalb auch schon zehn Jahre ehrenamtlich als einer von aktuell 16 berufenen Naturschutzbeauftragten des Altenburger Landes unterwegs ist.

Vor allem mit der Kamera dokumentiert er in diesem Rahmen die Pflanzen- und Tierwelt seiner Heimat. Seltene Arten wie den Zaunkönig oder den Wiedehopf hat Moller in der Rositz-Flur fotografiert, genau wie niedliche Fuchswelpen, einen scheuen Dachs, wilde Rehe oder Pflanzen wie Wiesensalbei und Johanniskraut. Beide Wildkräuter gedeihen inzwischen auf dem renaturierten Areal des ehemaligen Rositzer Teersees. Da, wo einst Millionen Tonnen giftiger Überreste der Carbon-Chemieindustrie lagerten, hat sich ein Naturparadies entwickelt.

Für Moller ein kleines Wunder, an dem er mehr als eine Aktie hat. „Heute achte ich als Naturschutzbeauftragter etwa darauf, dass Pflanzen und Tiere in Ruhe gelassen werden“, beschreibt Moller und erzählt von dort frei laufenden Hunden oder Pflegearbeiten zur Unzeit. Ebenfalls lässt er die kürzlich vom Landschaftspflegeverband hergerichtete Streuobstwiese in Rositz nicht mehr aus den Augen. „Die ist richtig gut geworden“, findet Moller. Nun entwickelt sich die Natur auf dem beräumten Areal. Die Fortschritte hält Moller mit der Kamera fest. „Ich bin jeden Tag für und in der Natur unterwegs“, sagt der Ruheständler, bevor er sich wieder auf den Weg zum Amphibienzaun macht.

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